06. Aug 12:23
Wir hatten es uns so schön vorgestellt: Spargel nicht aus Beelitz sondern vom Mars auf Berliner Wochenmärkten. Doch dann Perchlorat-Alarm. Nun gibt die Nasa eine halbe Entwarnung.
, einige Wissenschaftler seien von der letzten Pressekonferenz am vergangenen Donnerstag ausgeschlossen worden, um Fragen nach potenziellem Leben auf dem Mars aus dem Weg zu gehen.Der Fund werfe eine Menge Fragen über die Beschaffenheit des Marsbodens auf, hieß es am Dienstag im offiziellen Nasa-Statement. Dies habe aber nur wenig Einfluss auf die «Schlüsselfrage», ob der Mars einmal Leben beherbergen könnte, ergänzten die Wissenschaftler eilig. Das Perchlorat sei in der Marsumwelt relativ inaktiv. Normalerweise sind die Salze der Perchlorsäure hochreaktiv und oxidieren organisches Material in Höchstgeschwindigkeit. Magnesiumperchlorat wird auf der Erde zum Beispiel in Feuerwerkskörpern eingesetzt oder Ammoniumperchlorat in Raketentreibstoffen.
«Im Prinzip ist der Fund weder gut noch schlecht für Leben auf dem Mars», sagte der leitende Wissenschaftler Peter Smith von der Universität von Arizona in Tucson. Es könnte sogar als mögliche Energiequelle dienen. Smith verwies auf die Atacama-Wüste in Chile. Dieser sehr trockene Landstrich, der oft mit dem Marsboden verglichen wird, enthält ebenfalls Perchlorat-Verbindungen und Mikororganismen, die sich davon ernähren.
Auf der Erde entstehen Perchlorate unter anderem in der Atmosphäre, wenn Sonnenstrahlen mit Feinstäuben und Abgasen in der Luft reagieren. Die Verbindungen sind recht leicht im Wasser löslich und werden vom Regen ausgewaschen. Die Funde auf dem Mars könnten nun etwas darüber verraten, wie sich früher das Wasser über dem Boden des Nachbarplaneten verteilt hat, hofft die Nasa.Die Forscher waren der Chemikalie auf die Spur gekommen, nachdem beim Erhitzen einer Bodenprobe im Analyseofen der Phoenix Sauerstoff freigesetzt wurde. Das zweite Analyseinstrument, der Microscopy-, Electrochemistry- and Conductivity-Analyzer (Meca) entdeckte dann die Perchlorat-Verbindungen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die Chemikalie mit der Sonde selbst auf den Mars gekommen ist, schätzen die Wissenschaftler als gering ein. (nz)