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Antibiotika-Resistenzen: 

Madenspeichel gegen Superbakterien

06. Aug 2008 10:36
Zugelassenes Arzneimittel: Fliegenmaden
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Resistente Bakterien werden auch in Deutschland zunehmend zum Problem. Ursache ist der massive Einsatz von Antibiotika. Doch britische Forscher arbeiten an einem hochwirksamen Gegenmittel.

In deutschen Krankenhäusern aber auch zunehmend außerhalb medizinsicher Einrichtungen infizieren sich pro Jahr etwa 50.000 Patienten mit Bakterien, die gegen gängige Antibiotika resistent sind. Rund 1000 Menschen, vor allem ältere und immunschwache Patienten, sterben daran.

Ursache sind oft Keime vom Typ MRSA (Methicillin-resistente Staphylococcus aureus), eigentlich normale Hautkeime, die sich unter günstigen Bedingungen wie einem schwachen Immunsystem ausbreiten, und so zu Abszessen der Haut, Lungenentzündungen oder Enzündungen der Herzmuskulatur führen können. Durch den massiven Einsatz von Antiobiotika in Krankenhäusern und Altenheimen haben sich viele dieser Keime an diese Medikamente angepasst und können nur noch schwer bekämpft werden.

Forscher der Universität Swansea in Südwales arbeiten nun an einem Medikament, um den Superbakterien Herr zu werden. Ihr Ausgangsstoff: Maden der Goldfliege (Lucilia sericata). Das sind die grünlich schimmerenden Brummer, die landläufig auch Sch***hausfliegen genannt werden.

Die Maden haben die Eigenschaft, sich von totem Gewebe zu ernähren. Sie produzieren dabei eine Art Verdauungssaft, der antibaktieriell wirkt. Aus diesem Sekret, Seraticin genannt, wollen die Mediziner nun ein neues Antibiotikum gewinnen. Etwa 20 Maden produzieren einen Tropfen des Stoffes, berichtet Forschungsleiter Norman Ratcliffe der Onlineseite des BBC. Das Sekret wirkt gegen zwölf verschiedene MRSA-Stämme und die Durchfallbakterien E.Coli und C.difficile.

Bis zu einem marktreifen Medikament sei aber noch viel zu tun, ergänzt Ratcliffe. Zunächst müsse das Sekret komplett analysiert und synthetisiert werden, damit es in den benötigten Mengen hergestellt werden könne.

Maden der Goldfliege werden in der westlichen Welt schon seit dem 16. Jahrhundert in der Wundheilung eingesetzt. Auch Mayas behandelten damit Wunden. Die Therapie geriet durch die Entwicklung von Penicillin in Vergessenheit und erlebt nun seit einigen Jahren eine Renaissance. Die weißlichrosa aussehenden Würmchen werden dabei entweder frei oder in kleinen Gazesäckchen auf die Wunde gebracht und fressen totes Gewebe auf. Die Wunde wird so gereinigt und kann besser abheilen. Das Verdauungssekret der Maden erzeugt zudem ein alkalisches Milieu, in dem Bakterien sich nicht besonders wohl fühlen. (nz)

 
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