01. Aug 2008 19:45
Eine spektakuläre Entdeckung konnte das Raumfahrtzeug «Phönix» machen. Wie die Erkenntnis wissenschaftlich einzuordnen ist, erklärt Plantetenforscher Spohn vom DLR im Interview.
Was bedeutet dieser Fund? Spohn: Diese Entdeckung ist der erste experimentelle Nachweis, dass es Wasser auf dem Mars gibt. Wir waren zwar sicher, dass es Wasser geben muss, konnten das bisher aber nur indirekt belegen. So gab es zum Beispiel Flusstäler, aber es war eben nichts drin. Nun haben wir zum ersten Mal Wasser gemessen. Der Beleg für Wasser ist jetzt da.
Kann man aus dem Fund nun auch schließen, dass es Leben auf dem Mars gibt?
Spohn: Nein, kann man nicht. Allerdings kann man es auch nicht ausschließen. Mit dem Wasser erfüllt der Mars aber lediglich eine Bedingung für Leben. Nötig sind beispielsweise auch eine ausreichende Energiezufuhr und bestimmte Nährstoffe. Man braucht das Wasser außerdem in flüssiger Form, gefunden hat man jetzt jedoch Eis.
Es ist also erst einmal eine höhere Temperatur nötig, damit das Wasser an der Oberfläche flüssig wird. Wir wissen aber, dass es dort flüssiges Wasser gegeben hat, wir wissen, dass es Seen und Flüsse gegeben hat.
Wie könnte denn Leben auf dem Mars aussehen?
Spohn: Man vermutet, dass es zumindest einmal primitives Leben auf dem Mars gegeben hat, bevor die Atmosphäre weitgehend verschwunden ist und der Mars so wurde, wie wir ihn kennen. Falls es in größeren Tiefen noch flüssiges Wasser gibt, könnte es dort also auch Bakterien geben. In Europa wird derzeit die Mission «ExoMars» vorbereitet, die in einigen Jahren mit einem kleinen Fahrzeug gezielt nach Spuren von Leben suchen wird.
Werden irgendwann einmal Menschen zum Mars fliegen?
Spohn: Ein bemannter Flug zum Mars ist ein Fernziel, das alle raumfahrenden Nationen verbindet. Ein Zeitpunkt, wann es so weit sein könnte, lässt sich im Moment aber noch nicht absehen.
Wie lange würde so ein Flug dauern?
Spohn: Das hängt davon ab, wo genau sich Erde und Mars gerade auf ihren Umlaufbahnen befinden. Weil sich beide um die Sonne herum bewegen, ändert sich die Entfernung ständig. Im günstigsten Fall würde ein Flug aber ungefähr acht Monate dauern.
Warum ist der Mars rot?
Spohn: Das Oberflächengestein auf dem Mars enthält viel Eisen. Was wir sehen, sind Eisenoxide, im Grunde also Rost. Salopp könnte man sagen: Der Mars ist angerostet. Deswegen ist er rot.
Das Interview fühte Nico Esch, dpa