22. Jul 2008 15:08
Weltweit lagern hunderte Millionen von Landminen als gefährliche Zeitbomben im Boden. Eine dänische Firma hat eine recht simples Verfahren entwickelt, sie zu entdecken.
Eine dänische Biotechnologiefirma hat nun Tabakpflanzen gentechnisch so verändert, dass sie verborgene Landminen im Boden aufspüren können. Die Pflanzen zeigen durch eine Rotfärbung ihrer Blätter an, ob sich im Boden Stickstoffdioxid (NO2) befindet, das meist aus vergrabenen Minen austritt. Nach ersten Feldversuchen in Serbien soll der pflanzliche Minendetektor nun auf einer Versuchsfarm in Südafrika getestet werden, wie die Johannesburger Zeitung «Business Day» am Dienstag berichtete. Die Detektorpflanzen könnten in Minengebieten über eine Sprühtechnik ausgesät werden, erläutern die Wissenschaftler. Auf diese Weise lasse sich etwa von einer sicheren Straße aus ein jeweils 50 Meter breiter Streifen bepflanzen und anschließend räumen.
Die Kopenhagener Firma Aresa hatte das Prinzip bereits vor einigen Jahren mit gentechnisch veränderter Acker-Schmalwand getestet. Allerdings ist diese Pflanze mit 30 Zentimetern Wuchshöhe nur schwer aus der Ferne zu entdecken. Der hochwachsende Tabak dagegen gedeiht fast überall. Bei den Feldversuchen in Südafrika soll nun die Widerstandsfähigkeit der Pflanze gegen hohe Temperaturen und Dürre getestet werden. Vor der Blüte sollten die Pflanzen dann analysiert und zerstört werden. Der Detektor-Tabak solle ausschließlich für humanitäre Zwecke eingesetzt werden, eine kommerzielle Nutzung sei ausgeschlossen. Weltweit gibt es mindestens 80 Länder, in denen nach kriegerischen Auseinandersetzungen Landminen im Erdreich eine Gefahr für die Bevölkerung darstellen. Allein in Europa liegen auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawiens mindestens drei Millionen nicht entdeckte Minen. In Afghanistan sind es mindestens zehn Millionen Stück. (nz/dpa)