Neue Studie für Deutschland:
Jeder Zwölfte ist kaufsuchtgefährdet
Nach einer Untersuchung von Suchtexperten waren 2001 fast acht Prozent der Erwachsenen in Westdeutschland und sieben Prozent der Menschen in Ostdeutschland kaufsuchtgefährdet, wie Professor Gerhard Raab von der Forschungsgruppe Kaufsucht der Fachhochschule Ludwigshafen der TK sagte.
Von Kaufsucht (Oniomanie) spricht man nach Angaben von Raab dann, wenn klare Kriterien erfüllt sind, die auch bei anderen stoffungebundenen Suchtformen wie Spielsucht oder Kleptomanie vorliegen.
Danach muss es einen unwiderstehlichen Drang zum Kaufen geben. Der Betroffene kann sein Kaufverhalten nicht kontrollieren. Außerdem muss die «Dosis» gesteigert, also immer mehr und immer häufiger gekauft werden. Schließlich gibt es Entzugserscheinungen, wenn der Betroffene am Kaufen gehindert wird.
Zudem würden andere Abhängigkeiten und Suchtmittel wie Alkohol oder Nikotin zunehmend reglementiert. Mögliche neurologische Ursachen, die derzeit noch nicht erforscht sind, will Raabs Forschungsgruppe gemeinsam mit der Universitätsklinik Bonn untersuchen.
Als Erste-Hilfe-Strategien rät die TK Betroffenen, ehrlich zu sich selbst zu sein, das Problem zu erkennen und mit einer Vertrauensperson darüber zu sprechen. Dann sollten möglichst alle Kreditkarten zurückgegeben werden. Man sollte nur noch mit Bargeld bezahlen und mit einem festgesetzten Betrag pro Woche auskommen. Bestellungen im Internet oder Katalog sollten unterbleiben. Schließlich sollte man den gesamten Bestand an Kleidungs- und Wohnungsinventar erfassen und die Liste ständig bei sich tragen. (AP)

