Imker protestieren:
Angst vor neuem Bienensterben
17.07.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Das baden-württembergische Agrarministerium schätzt, dass rund 11.500 Bienenvölker in diesem Frühjahr durch Pflanzenschutzmittel geschädigt wurden. Die genaue Zahl getöteter Bienen ist unklar. Als Ursache gaben mehrere Bundesämter Maissaatgut an, das mit Insektiziden behandelt worden war.
Naturschützer und Imker kritisieren, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Chemikalien für Raps wieder zuließ. Laut Bundesamt handelt es sich «um ein spezifisches Problem bei Maissaatgut und bei der Maisaussaat verwendeten Geräte», das sich nicht auf Rapssaatgut übertragen lasse.
Grünen- Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke warnte vor einem weiteren Bienensterben. Es sei unverständlich, warum der Wirkstoff Clothianidin für Raps wieder zugelassen worden sei.
Der Deutsche Bauernverband forderte Pflanzenzüchter, Industrie und Landtechnikhersteller auf, das Problem bei Maissaatgut zu lösen, damit die Pflanzenschutzmittel wieder zugelassen werden könnten. «Ein solches Bienensterben wie im Mai dieses Jahres in Baden-Württemberg darf sich nicht wiederholen.»
Imker aus ganz Deutschland wollen am Freitag in Braunschweig vor dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen gegen die Wiederzulassung von Clothianidin in Raps demonstrieren. Das Amt prüft die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln. Die Initiatoren der Aktion gehen davon aus, dass allein im Mai rund 330 Millionen Bienen im Rheintal nach dem Einsatz dieses Stoffes verendet seien. (dpa)

