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Imker protestieren: 

Angst vor neuem Bienensterben

17. Jul 2008 21:03
Das Gift, das viele Bienen tötete, ist noch immer auf dem Markt
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Als im Frühjahr der Mais gesät wurde, starben tausende Bienenvölker. Denn das Saatgut war mit einem Gift behandelt. Imker fürchten, dass sich das Unglück bei der Raps-Aussaat wiederholt - und forden ein Verbot des Pestizids.

Nach dem großen Bienensterben in Süddeutschland fordern Imker und Naturschützer von Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU) ein Verbot gefährlicher Pestizide. «Die Folgen des Bienensterbens sind nicht nur für uns Imker verheerend. Bienen sind auch für die Bestäubung vieler Kulturpflanzen in der Landwirtschaft extrem wichtig», sagte der Präsident des Deutschen Berufs- und Erwerbsimkerbundes (DBIB), Manfred Hederer, am Donnerstag in Berlin mit Blick auf die Rapsaussaat Ende August.

Die Berufsimker und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) fordern ein generelles Verbot von Chemikalien für die Landwirtschaft, die Bienen schaden könnten. Die Industrie hält in Deutschland zugelassene Pestizide dagegen für sicher.

Das baden-württembergische Agrarministerium schätzt, dass rund 11.500 Bienenvölker in diesem Frühjahr durch Pflanzenschutzmittel geschädigt wurden. Die genaue Zahl getöteter Bienen ist unklar. Als Ursache gaben mehrere Bundesämter Maissaatgut an, das mit Insektiziden behandelt worden war.

«Spezifisches Problem» beim Mais?

Staub, der bei der Aussaat entstanden war und den Wirkstoff enthielt, soll durch Sämaschinen auf die Bienen gelangt sein. Daraufhin ruhten die Zulassungen für Insektizide bei der Mais- und Rapsaussaat zunächst.

Naturschützer und Imker kritisieren, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Chemikalien für Raps wieder zuließ. Laut Bundesamt handelt es sich «um ein spezifisches Problem bei Maissaatgut und bei der Maisaussaat verwendeten Geräte», das sich nicht auf Rapssaatgut übertragen lasse.

Grünen- Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke warnte vor einem weiteren Bienensterben. Es sei unverständlich, warum der Wirkstoff Clothianidin für Raps wieder zugelassen worden sei.

Industrie ist sich keiner Schuld bewusst

Der Industrieverband Agrar sieht eine unglückliche Verkettung von Umständen als Ursache für die Bienenschäden. «Bei sachgerechter Anwendung gehen deshalb von zugelassenen Pflanzenschutzmitteln keine Gefährdungen für die Honigbiene aus», teilte der Firmenverband mit.

Der Deutsche Bauernverband forderte Pflanzenzüchter, Industrie und Landtechnikhersteller auf, das Problem bei Maissaatgut zu lösen, damit die Pflanzenschutzmittel wieder zugelassen werden könnten. «Ein solches Bienensterben wie im Mai dieses Jahres in Baden-Württemberg darf sich nicht wiederholen.»

Imker aus ganz Deutschland wollen am Freitag in Braunschweig vor dem Bundesforschungsinstitut für Kulturpflanzen gegen die Wiederzulassung von Clothianidin in Raps demonstrieren. Das Amt prüft die Wirkung von Pflanzenschutzmitteln. Die Initiatoren der Aktion gehen davon aus, dass allein im Mai rund 330 Millionen Bienen im Rheintal nach dem Einsatz dieses Stoffes verendet seien. (dpa)

 
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