18. Jun 2008 08:05
Im harten Wettbewerb um potentielle Sexpartner gehen Schimpansenweibchen taktisch vor: Mal helfen laute Rufe, mal muss es ganz diskret sein. Und viele Sexpartner schützen den Nachwuchs, vermuten Wissenschaftler.
Die drei Wissenschaftler haben für ihre Studie über 16 Monate hinweg das Verhalten der Schimpansen im Budongo-Regenwald Ugandas beobachtet. Sie konzentrierten sich dabei vor allem auf die Paarungsrufe der Weibchen.Das Werben der weiblichen Schimpansen um die männlichen Artgenossen mit lauten Rufen geschehe nicht, wie bisher angenommen, um die Rivalität unter den Männchen anzustacheln, sondern um möglichst viele Führungstiere auf sich aufmerksam zu machen. Mit der Strategie, viele Sexpartner in kurzer Zeit zu haben, schützen die Weibchen ihre möglichen Nachkommen, wie die Forscher vermuten. Denn dann seien sich die Männchen unsicher, von wem das Affenbaby stamme, und seien so weniger bereit, den Nachwuchs - einen möglichen späteren Rivalen - zu töten. Auch andere aggressive Mitglieder in dem Schimpansenverband, vor allem Weibchen, würden damit vom Nachwuchs ferngehalten.