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Bundesamt für Strahlenschutz: 

Handys noch nicht krebserregend

17. Jun 2008 12:35
Ein Leben ohne Handy ist für viele kaum noch vorstellbar
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Eine von Mobilfunkbetreibern und der Bundesregierung finanzierte Studie hat keinen Beweis für Erkrankungen durch Funktelefone gefunden. Die Studienautoren raten dennoch zu einem «vorsichtigen Umgang».

Erneut hat eine große Studie von Bundesregierung und Mobilfunkanbietern keinen Beweis für ein Krebsrisiko durch Mobiltelefone gefunden. Die Untersuchung des Bundesamts für Strahlenschutz, die am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass sich durch das drahtlose Telefonieren keine Tumorgefahr nachweisen lässt. Auch durch schnurlose Festnetztelefone nach DECT-Standard in der Nähe des Bettes steige das Risiko für Hirntumore nicht, heißt es in dem Papier. Die Experten analysierten in mehr als 50 Forschungsprojekten des Deutschen Mobilfunk-Forschungsprogramms seit 2002 biologische Auswirkungen der Nutzung von Handys und schnurlosen Telefonen.

Das Programm wurde jeweils mit 8,5 Millionen Euro vom Bundesumweltministerium und den Betreibern der Mobilfunknetze finanziert. Das Bundesamt für Strahlenschutz und die Strahlenschutzkommission erklärten übereinstimmend, ein Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern unterhalb der geltenden Grenzwerte und unspezifischen Gesundheitsbeschwerden wie beispielsweise Kopfschmerzen, Schlafstörungen oder «Elektrosmogsensibilität» sei nicht nachweisbar gewesen.

Im Einzelfall wurden Veränderungen der Genaktivität beobachtet. Das stelle die Gesamtbeurteilung aber nicht infrage, hieß es. Nach Angaben der Autoren sind weitere Studien über die Langzeitwirkungen der Geräte notwendig, insbesondere bei Kindern, die mit dem Handy groß geworden seien oder groß würden. Diese Unsicherheiten legten einen «vorsichtigen Umgang mit drahtlosen Kommunikationstechniken» nahe.

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) sieht angesichts der Forschungsergebnisse die geltenden Grenzwerte für Mobilfunkgeräte bestätigt. Der Minister wies aber auch darauf hin, dass es in einigen Feldern noch Klärungsbedarf gibt. Gabriel rief die Handy-Hersteller dazu auf, von dem Umweltzeichen «Blauer Engel» Gebrauch zu machen. Entsprechende Geräte müssen bestimmte Standards erfüllen. So darf der so genannte SAR-Wert nicht 0,6 Watt pro Kilogramm Körpergewicht überschreiten. Die Geräte müssen zudem recyclinggerecht gefertigt sein und sowohl Konstruktion als auch Akkus dürfen kein Blei, Cadmium, Quecksilber oder kritische Flammschutzmittel enthalten.

Auch die Welt- gesundheitsorganisation WHO prüft im Rahmen der sogenannten Interphone-Studie, ob es ein nachweisbares Krebsrisiko durch Mobiltelefone gibt. Mehrere bereits abgeschlossene Interphone- Teilstudien aus verschiedenen Ländern der Welt haben keine Belege für ein derartiges Risiko gefunden. (nz/dpa/AP)
 
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