Netzeitung Logo
 
DruckenVersenden
 

Bodenprobe endlich im Ofen: 

Sandkasten-Trick hilft Mars-Sonde

12. Jun 2008 20:34
Der Ofen der Sonde 'Phoenix' ist nun gefüllt
Bild vergrößern
Eine Schaufel Marssand hatte der Roboter in sein Inneres bugsiert, doch dieses Unterfangen erschien auf einmal sinnlos. Denn ein Filter wurde zur nahezu unüberwindbaren Hürde – bis die Techniker auf der Erde eine Idee hatten.

Nach tagelangen vergeblichen Mühen hat es endlich geklappt: Die erste Bodenprobe ist im «Backofen» der Mars-Sonde «Phoenix» verstaut. Damit kann die mit Spannung erwartete Analyse des kostbaren roten Sands beginnen. Zuvor waren die Krümel nicht durch das Ofengitter gelangt, weil sie zu grobkörnig waren.

Ein Infrarot-Taststrahl habe bestätigt, dass die Probe von der Planeten-Oberfläche tatsächlich durch den Einlassfilter in das Gerät gerutscht sei, teilten Nasa-Experten im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) am Mittwoch (Ortszeit) mit. Nun soll sie in Kürze erhitzt und auf diese Weise auf mögliche Spuren von Wasser, Mineralien und Reste organischer Substanzen untersucht werden.

«Wir haben den Ofen voll»

Seit Samstag hatte die vom Roboterarm der Sonde aufgeschaufelte Probe auf dem Filter gelegen: Sie war zu verklumpt, um den Weg in den Miniaturofen zu schaffen. Dann griffen die Wissenschaftler zu einem Trick. Wiederholt ließen sie eine Vorrichtung am Filter vibrieren, um die Probe zu zerteilen und zu zerkleinern - etwa so, wie Kinder Sand durch ein Sieb schütteln. Beim siebten Einsatz in der Nacht zum Mittwoch hatte die Methode endlich den erhofften Erfolg.

«Wir haben einen Ofen voll,... das Problem liegt hinter uns»», jubelte der für die Analyse zuständige Forscher Bill Boynton. Wie es in einer Nasa-Mitteilung hieß, feierte er die gute Nachricht mit einem Tanz: Zum Song «Skake, Skake, Shake» ließ er kräftig die Hüfte schwingen. Skake heißt übersetzt Schütteln.

«Phoenix» war nach einer fast zehnmonatigen und 680 Millionen Kilometer langen Reise Ende Mai in der Nordpol-Region des Roten Planeten angekommen. Die Sonde hat insgesamt acht Miniaturöfen an Bord. Vom Erhitzen der Bodenproben erhoffen sich die Forscher das Aufspüren von Chemikalien, die Überbleibsel komplexerer Moleküle sein könnten. Diese Moleküle wiederum könnten Hinweise darauf geben, dass einst Leben auf dem Mars existierte - zu einer Zeit, als der Rote Planet wärmer und feuchter war als heute. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
25 Jahre «Spacelab»: 
Weltraumjubiläum für Europa
 
UN-Klimakonferenz in Poznan: 
«Wir haben keine Zeit zu verlieren»
Alte Wetterdaten decken auf: 
Chinesen könnten von Klimawandel profitieren
 
Studie über Cyberchondrie: 
Wenn das Internet richtig krank macht
 
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.