Seit Samstag hatte die vom Roboterarm der Sonde aufgeschaufelte Probe auf dem Filter gelegen: Sie war zu verklumpt, um den Weg in den Miniaturofen zu schaffen. Dann griffen die Wissenschaftler zu einem Trick. Wiederholt ließen sie eine Vorrichtung am Filter vibrieren, um die Probe zu zerteilen und zu zerkleinern - etwa so, wie Kinder Sand durch ein Sieb schütteln. Beim siebten Einsatz in der Nacht zum Mittwoch hatte die Methode endlich den erhofften Erfolg. «Wir haben einen Ofen voll,... das Problem liegt hinter uns»», jubelte der für die Analyse zuständige Forscher Bill Boynton. Wie es in einer Nasa-Mitteilung hieß, feierte er die gute Nachricht mit einem Tanz: Zum Song «Skake, Skake, Shake» ließ er kräftig die Hüfte schwingen. Skake heißt übersetzt Schütteln.
«Phoenix» war nach einer fast zehnmonatigen und 680 Millionen Kilometer langen Reise Ende Mai in der Nordpol-Region des Roten Planeten angekommen. Die Sonde hat insgesamt acht Miniaturöfen an Bord. Vom Erhitzen der Bodenproben erhoffen sich die Forscher das Aufspüren von Chemikalien, die Überbleibsel komplexerer Moleküle sein könnten. Diese Moleküle wiederum könnten Hinweise darauf geben, dass einst Leben auf dem Mars existierte - zu einer Zeit, als der Rote Planet wärmer und feuchter war als heute. (dpa)