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Gesetze zur Homosexualität rund um den Globus: 

Von Gleichstellung bis zur Todesstrafe

27. Jun 2008 15:27, ergänzt 15:37
Justitia und die Regenbogenfahne
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Die gesellschaftliche Bewertung von Homosexualität hat sich im Laufe der Geschichte drastisch geändert und damit auch die Gesetzeslage. In vielen Ländern der Erde wird sie allerdings noch immer als «Verbrechen» betrachtet.

Die Gesetzeslage zur Homosexualität ist weltweit sehr uneinheitlich. Die Bandbreite geht von vollständiger Gleichstellung und Homoehen bis zur Todesstrafe. In den meisten westlichen Industrienationen ist Homosexualität heute straffrei. In einigen Entwicklungs- und Schwellenländern sieht die Lage anders aus – oftmals sind die härteren Gesetze ein Erbe aus der Kolonialzeit. In der islamischen Welt ist teilweise noch die Todesstrafe für homosexuelle Handlungen möglich (siehe Abb.).

Bis 2003 bestraft

Der tatsächliche Umgang mit gleichgeschlechtlicher Liebe in einer Gesellschaft hat allerdings oft wenig mit der herrschenden Gesetzeslage zu tun. In manchen Länder werden strenge Gesetze nicht angewendet. In anderen Staaten ist Homosexualität zwar legal, Schwule und Lesben werden aber trotzdem benachteiligt oder verfolgt, ohne durch Antidiskriminierungssgesetze geschützt zu sein.

In den USA ist die Gesetzgebung Sache der Bundesstaaten. Illinois war 1962 der erste Bundesstaat, der sein Gesetz gegen sexuelle Perversionen (engl. sodomy) abschaffte, zu denen auch die Homosexualität gezählt wurde. In 14 anderen Bundesstaaten konnten homosexuelle Handlungen noch bis ins Jahr 2003 bestraft werden.

Amendment 2

1992 gab es einen herben Rückschlag für die Homosexuellen in den USA. Im Bundesstaat Colorado wurde das «Amendment 2» verabschiedet. Danach dürfen in Colorado keine Gesetze oder Bestimmungen beschlossen werden, durch die Personen auf der Grundlage ihrer sexuellen Orientierung Minderheitenschutz, Quotenregelungen, einen Schutzstatus oder Diskriminierungsschutz erlangen. Durch Aktionen der Bevölkerung wurde das «Amendment» vier Jahre später vom obersten US-Gerichtshof wieder aufgehoben.

Der von Bill Clinton unterzeichnete Defense of Marriage A (DOMA) aus dem Jahre 1996 hatte hat zwei wesentliche Auswirkungen. Kein US-Bundesstaat muss eine Beziehung zwischen Menschen des gleichen Geschlechts als Ehe behandeln, selbst wenn die Beziehung in einem anderen Bundesstaat als Ehe gilt. Zweitens darf die Bundesregierung gleichgeschlechtliche Beziehungen keinesfalls als Ehen betrachten – auch dann nicht, wenn sie durch einen der Bundesstaaten abgeschlossen wurden oder anerkannt werden.

Fünf Länder weltweit

Trotz des DOMA haben verheiratete Homosexuelle in den Bundesstaaten Massachusetts und Kalifornien die gleichen Rechte wie heterosexuelle Paare. In den Ländern Niederlande, Belgien, Spanien, Kanada und Südafrika ist die Homo-Ehe legal, Anfang 2009 will Norwegen seine Gesetzgebung entsprechend ändern.

Das weltweit erste Gesetz über eine eingetragene Partnerschaft wurde am 7. Juni 1989 in Dänemark erlassen. Für diese Partnerschaft gelten grundsätzlich dieselben Regeln wie für die Ehe, aber auch einige Einschränkungen, so können die Partner nicht gemeinsam als Paar ein Kind adoptieren. Auch ist die Eheschließung nicht durch eine kirchliche Zeremonie möglich, der Bund kann nur standesamtlich erfolgen.

Das erste bekannte Gesetz zur Homosexualität wurde um 600 v.Chr. in Sparta und Kreta erlassen und hatte einen kuriosen Inhalt: Jedem Mann wurde eine homoerotische Freundschaft mit einem Knaben auferlegt. (nz)

 
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