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Insektenbabel: 

Tanzen verbindet Bienenvölker

04. Jun 2008 07:53
Lasst uns tanzen!
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Vor Millionen von Jahren getrennte Bienenarten können sich verständigen, wie Forscher herausgefunden haben. Allerdings sind europäische Bienenköniginnen von der Völkerverständigung wenig begeistert.

Bienen haben eine besondere Art der Völkerverständigung entwickelt: Asiatische Honigbienen können innerhalb weniger Wochen die tänzerische Sprache ihrer weit entfernten europäischen Verwandten erlernen.

Jürgen Tautz von der Universität Würzburg und Forscher aus Australien und China hatten zwei weit entfernte Bienenarten aus Europa und Asien in einen Stock gesetzt. Bei beiden Arten unterschied sich vor dem Experiment die Dauer des so genannte Schwänzeltanzes, mit dem die Insekten die Entfernung zu einer Futterquelle anzeigen. Die Asiatischen Honigbienen konnten nach einiger Zeit dem Tanz ihrer europäischen Stockgenossen allerdings folgen und ihn korrekt deuten, berichtet das Team im Open-Access-Journal PLoS ONE (doi: 10.1371/journal.pone.0002365)

Die Völkerverständigung ist jedoch nicht immer erfolgreich und hängt unter anderem von der Königin ab: Bei einer asiatischen Königin mit einem europäisch-asiatischen Volk von Arbeiterinnen klappte die Verständigung in den meisten Fällen. Kam die Königin dagegen aus Europa, wurden die asiatischen Arbeiterinnen innerhalb von zwei bis drei Tagen von den europäischen Stockgenossen getötet.

Die neun verschiedenen Arten der Honigbiene hatten sich vor 30 bis 50 Millionen Jahren getrennt und verschiedene Ausdrucksformen des Schwänzeltanzes entwickelt. Der Inhalt des Bienentanzes sei bei allen Arten derselbe, schreiben die Forscher, aber seine Ausprägung unterscheide sich ähnlich wie unsere Sprachen. Der Mensch wanderte im Übrigen erst vor 100.000 Jahren aus Afrika aus und verteilte sich mit verschiednen Sprachen über die Erde.

«Wir wissen, dass die Mitglieder eines Bienenstocks über den Tanz routinemäßig Informationen über neu entdeckte Orte wie Futterplätze, Wasser oder neue Nistmöglichkeiten austauschen», sagte Shaowu Zhang von der Australischen Nationaluniversität in Canberra. Die Richtung des Ortes werde über die Ausrichtung einer geraden Tanzstrecke angezeigt, die Entfernung über die Dauer des Balletts. (nz/dpa)
 
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