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Studie zu rätselhaftem Steinkreis: 

Stonehenge als Friedhof

29. Mai 2008 20:21
Ein besonderer Ordt, an dem besondere Menschen bestattet wurden
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Einen Fund aus den 50er Jahren haben Forscher genauer untersucht. Das Ergebnis wirft ein neues Licht auf die bei Esoterikern beliebte Steinlandschaft in Südengland. Möglicherweise wurden dort Könige beerdigt.

Das Gelände des prähistorischen Steinkreises Stonehenge war schon vor 5.000 Jahren eine Begräbnisstätte. Der im Umkreis entdeckte Leichenbrand geht bis auf das Jahr 3000 vor Christus zurück, wie britische Archäologen am Donnerstag mitteilten. Auch noch gut 500 Jahre später wurde an diesem Ort im Südwesten Englands die Asche von Toten bestattet, also auch noch während der Bauzeit des Steinkreises um 2600 vor Christus.

Dies ist das Ergebnis jüngster Forschungen unter der Schirmherrschaft von Mike Parker Pearson. Wie der Archäologieprofessor der Universität Sheffield und Leiter des Stonehenge-Riverside-Projekts sagte, gingen Archäologen bislang davon aus, dass in Stonehenge nur etwa 100 Jahre lang Begräbnisse stattfanden.

Die neuerliche Erkenntnis lege nun die Vermutung nahe, dass auch der Steinkreis etwas mit einem Totenkult zu tun haben könnte. Der sichergestellte Leichenbrand wurde den Angaben zufolge auf einen Zeitraum zwischen 3030 und 2340 vor Christus datiert.

Erstmalige Datierung

Es war das erste Mal, dass sterbliche Überreste aus Stonehenge einer Radiokohlenstoffdatierung unterzogen wurden. Dabei wurden Funde aus den 50er Jahren analysiert. Diese waren bislang in einem Museum der nahen Stadt Salisbury gelagert und noch nie mit moderner Technik untersucht worden.

Die Archäologen schätzen, dass in Stonehenge bis zu 240 Menschen beigesetzt wurden - vielleicht die Mitglieder einer damals herrschenden Dynastie. Dies lasse sich aus der Tatsache schließen, dass die Anzahl der Bestattungen im Laufe der Jahrhunderte kontinuierlich zugenommen habe.

Geheimnis weiter nicht gelüftet

«Es war zweifellos ein besonderer Ort, und wer hier bestattet wurde, war vermutlich auch etwas Besonderes», sagte Parker Pearson, dessen Forschungen von der Gesellschaft National Geographic unterstützt wurden. Das Geheimnis des Steinkreises ist damit allerdings noch nicht gelüftet.

Aufschluss verspricht man sich hier von den jüngsten Grabungen eines anderen Archäologenteams, das noch nicht alle Ergebnisse ausgewertet hat. Die Gruppe um Timothy Darvill von der Universität Bournemouth und Geoffrey Wainwright von der Antiquarischen Gesellschaft Großbritanniens wollte vor allem einer Frage nachgehen: Warum war dieser Ort so bedeutsam, dass man über 250 Kilometer riesige Blausteine aus den Preseli-Bergen in Wales herbeigeschafft hat? Ferner sollte der Zeitpunkt ihrer Aufstellung genauer bestimmt werden.

Stonehenge gehört zur UNESCO-Liste des Weltkulturerbes. Die Anlage wird von zahllosen Touristen aus dem In- und Ausland besucht. Besonders populär ist sie bei Anhängern der New-Age-Szene, die Stonehenge mit der Kultur der Druiden in Verbindung bringen. (AP)

 
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