Wünschelrute auf dem Mars: 

netzeitung.dePhoenix auf der Suche nach Wasser

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Griff ins Eis: Phoenix gräbt Mars-Oberfläche um (Foto: Nasa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Griff ins Eis: Phoenix gräbt Mars-Oberfläche um
Foto: Nasa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Gebremst von Fallschirmen taucht ein Flugobjekt über dem Nordpol auf. Drei Beine fahren aus dem Metallkörper und setzen auf der gefrorenen Oberfläche auf. Um 1:38 Uhr irdischer Zeit ist am Montag die Nasa-Sonde Phoenix auf dem Mars gelandet.

275 Millionen Kilometer entfernt bricht im Kontrollzentrum der US-Weltraumbehörde Nasa Jubel aus. Die Männer fallen einander in die Arme, denn die Landung der Sonde ist geglückt. «Wir betrachten Phoenix als Meilenstein in der künftigen Erforschung des Mars», schwärmt Peter Smith, einer der Top-Manager der Raumfahrtbehörde.

Gleich nach der Landung sendet Phoenix die ersten Bilder. Sie zeigen eine braune felsige Oberfläche. Die Forscher sind überrascht: Sie sehen nicht das erwartete Eis auf den Felsen. Das vermuten sie aber im Boden des roten Planeten. Die Sonde soll klären, ob es dort jemals Leben gab. Wenn tatsächlich ein Sprung von toter zu lebender Materie stattgefunden hat, wären die Bewohner der Erde nicht mehr allein.

Phoenix folgt dem Wasser
In den kommenden drei Monaten soll Phoenix einer Marschroute folgen: «Folgen wir dem Wasser» heißt die Trasse. Dort fahnden die Forscher vor allem nach Wasser. Denn wo es genügend Wasser gibt, kann sich Leben entwickeln. Bei früheren Mars-Missionen hat die Nasa Wasser bislang nur in gefrorenem Zustand gefunden. 2002 hatte die Sonde «Mars Odyssey» ausgedehnte Wassereisvorkommen nachgewiesen. In einer früheren Warmphase des roten Planeten könnte das Wasser aber flüssig gewesen sein und damit die Basis für Leben geboten haben. Die Forscher halten es für möglich, dass der Dauerfrostboden in den Polarregionen während des Marssommers auftaut und Mikroorganismen Lebensraum bietet.

Hoffen auf Leben in den Bodenproben
«Falls wir Nitrate, Kohlenstoff und ähnliche Stoffe nachweisen können, dann wissen wir, dass der Planet sehr viel 'lebensfreundlicher' ist», sagt Professor Samuel Kounaves von der Tufts University. «Diese Mineralien haben wir bei bisherigen Marsmissionen nicht gefunden.» Der Forscher hofft, dass sie sich gleich unter der Oberfläche im Boden finden.

Wenn Phoenix Spuren des Lebens auf dem Mars findet, wäre das eine Sensation. Noch gilt das unter Wissenschaftlern aber als «extrem unwahrscheinlich». Die Nasa-Mitarbeiter des Phoenix-Projekts geben die Hoffnung dennoch nicht auf. Sie warten darauf, dass das Phoenix-Labor seine gefrorenen Bodenproben in einem Ofen erwärmt - und vielleicht doch Leben nachweist. (nz/dpa)