Verbot von Saatgut:
Behörde reagiert auf rätselhaftes Bienensterben
16.05.2008
Herausgeber: netzeitung.de
In den vom Bienensterben betroffenen Gebieten in Baden-Württemberg müsse das Saatgut mit der zweieinhalbfachen Dosis des Wirkstoffs Clothianidin behandelt werden, sagte Forster. Das Mittel Poncho enthalte diese erhöhte Dosis. Es sei zeitweise mit den gleichen Inhaltsstoffen unter dem Namen Poncho Pro vertrieben worden. Nach einer vorläufige Zulassung 2004 habe es 2007 die volle Zulassung erhalten.
Das Braunschweiger Bundesforschungsinsitut für Kulturpflanzen (Julius-Kühn-Institut, kurz JKI), das Proben von Bienen und Pflanzenmaterial untersucht hatte, teilte am Freitag mit, dass aus den bisherigen Auswertungen eindeutig geschlossen werden könne, dass eine Vergiftung der Bienen durch Abrieb von Clothianidin von Maissaatgut vorliege.
Über das Ausmaß möglicher Schäden machen sich die Imker Gedanken: «Wir wissen nicht, wie der Nektar kontaminiert ist, wir wissen nicht, ob die Waben vergiftet sind, und wir haben keine Ahnung, ob die Holzkästen verseucht sind», sagte Ekkehard Hülsmann, Vorsitzender des Landesverbands Badischer Imker, der AP. Neben dem Mittel Poncho ordnete das BVL auch das Verbot der Saatgutbehandlungsmittel Antarc, Chinook, Cruiser 350 FS, Cruiser OSR, Elado, Faibel und Mesurol flüssig an. Mit der Anordnung sei neben dem Verkauf und der Anwendung auch die Einfuhr der Mittel bis auf weiteres ausgeschlossen. (dpa/AP)

