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Gletscherschmelze und Zugvögelrouten: 

Wie der Klimawandel die Welt verändert

14. Mai 2008 19:02
Eisabbruch am Aylesgletscher in der Arktis
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Über die Auswirkungen globaler Erwärmung auf Ökosysteme wird viel spekuliert. Wissenschaftler haben nun einen statistischen Nachweis geführt. Damit sollen sich künftiger Änderungen besser vorhersagen lassen.

Frühere Schneeschmelze, wärmere Gewässer, früher blühende Pflanzen und veränderte Verhaltensweisen von Tieren. Das alles sind tatsächlich Auswirkungen der globalen Erwärmung, ist ein internationales Forscherteam überzeugt. Die Wissenschaftler um Cynthia Rosenzweig vom Goddard Institute for Space Studies der Nasa in New York haben 30.000 Datensätze verschiedener Messungen und Aufzeichnungen von 1970 bis 2004 ausgewertet und berichten darüber in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Nature (Bd. 453, S. 353).

Dass die vom Menschen hervorgerufene Klimaerwärmung Veränderungen in biologischen und physikalischen System verursacht, war zwar bereits als wahrscheinlich angesehen worden, ist aber in diesem Umfang formal bisher noch nicht belegt worden. Die Forscher haben die Veränderungen verschiedener Messreihen wie Eismasse von Gletschern, Blühzeitpunkt von Pflanzen, Flugrouten von Zugvögeln erfasst und dann überprüft, ob die jeweiligen Veränderungen mit einer Erwärmung des Klimas zu erklären sind.

Bei einem Großteil aller beobachteten Veränderungen war dies der Fall, berichten die Forscher. So ließen sich 95 Prozent der physikalischen Veränderungen durch einen Anstieg der Temperaturen erklären. In biologischen Systemen zeigte sich ein Zusammenhang in 90 Prozent der Fälle. Natürliche Klimaschwankungen könnten die Beobachtungen nicht erklären, berichten die Forscher weiter. Wie bereits der Weltklimarat IPCC 2007 feststellte, gingen die Veränderungen mit großer Wahrscheinlichkeit auf den erhöhten Ausstoß von Treibhausgasen durch den Menschen zurück.

Andere Einflüsse des Menschen, etwa die massive Abholzung von Wäldern, die Luftverschmutzung oder die intensivierte Landwirtschaft seien für die Veränderungen nur in Ausnahmefällen verantwortlich zu machen. Die meisten Angaben zu den Auswirkungen des Klimawandels betrafen Europa und Nordamerika, gefolgt von Nordzentral-Asien, schreiben die Wissenschaftler um Rosenzweig. Aus den tropischen und subtropischen Regionen zum Beispiel aus Afrika, Südamerika oder Südostasien gebe es dagegen recht wenig Daten. Dort habe es zum einen weniger Studien gegeben, zum anderen machten sich möglicherweise biologische Veränderungen aufgrund der weniger ausgeprägten Jahreszeiten nicht so stark oder verspätet bemerkbar.

Die Untersuchung sei ein Schritt hin zu einem besseren Verständnis davon, wie und wie stark der Mensch die Natur verändert, schreiben die Klimaforscher Francis Zwiers und Gabriele Hegerl in einem begleitendem Kommentar. Letztlich sei es Ziel, Vorhersagen über zukünftige Auswirkungen der klimatischen Veränderungen zu treffen, um so rechtzeitig Anpassungsmaßnahmen ergreifen zu können. (nz/dpa)

 
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