14. Mai 2008 07:12
In der Sonne rumhängen und verdauen: das ist der Haupttagesablauf eines Faultiers. Dazwischen vielleicht mal ein Blättchen mampfen. Ihr Schlaf allerdings dauert nur wenig länger als beim Menschen.
Der genaue Grund für die unterschiedliche Schlafdauer ist noch nicht bekannt, berichten die Forscher in der aktuellen Ausgabe der Biology Letters der britischen Royal Society. An der Studie waren auch Wissenschaftler des Smithsonian Tropical Research Institutes in Panama beteiligt.«Wenn wir die Gründe für unterschiedliches Schlafverhalten herausfinden, werden wir Einblicke in die Funktion des Schlafes bei Säugetieren gewinnen, den Menschen eingeschlossen», sagte Rattenborg, der sich mit dem Schlafverhalten von verschiednen Tierarten beschäftigt.
Das zu den Dreifinger-Faultieren zählende Braunkehl-Faultier lebt unter anderem im Dach des Tropenwaldes von Panama, rund 40 Meter über den Erdboden. Sämtliche seiner Artverwandten leben meist als Einzelgänger in den Baumkronen der tropischen Regenwälder in Mittelamerika. Lediglich zum Wechsel des Baumes oder um das kleine oder große «Geschäft» zu verrichten, kommen die Tiere auf den Erdboden. Verglichen mit ihrer Körpergröße haben Faultiere eine extrem niedrige Stoffwechselrate. Das Verdauen der pflanzlichen Nahrung, die meist aus Blättern besteht, dauert mehrere Tage – was ihre «langsame» Lebensweise erklärt. Mit dem «Rumhängen» in der Sonne regulieren die Tiere zudem ihre Körpertemperatur. Die Faultiere sind im Tierreich im Übrigen nicht die größten Langschläfer: Koalas, die ihre pflanzliche Kost ebenfalls sehr langsam verdauen, schlafen im Schnitt 20 Stunden pro Tag. (nz/dpa)