Das Hauptproblem bleibt die politische Führung des Eurogebiets. Während die Geldpolitik mit Entscheidungen über Leitzinsen bei der EZB gebündelt wurde, blieb die Wirtschafts- und Budgetpolitik weitgehend in der Hand der Mitgliedstaaten. Das sorgt für Dauerkonflikte. Jahrelang lähmte der Streit um überhöhte Defizite in Deutschland und Frankreich die Arbeit der Euro-Finanzminister.Sie treffen sich einmal im Monat im exklusiven Zirkel, der Eurogruppe. Diese kann aber nur nicht-bindende Beschlüsse fassen. «Das ist eine weiche Führung», räumt der luxemburgische Premier und Ressortchef Jean-Claude Juncker ein, der Vorsitzende des Gremiums. «Ich bin nicht zufrieden mit der Koordinierung der Wirtschaftspolitiken», bilanziert der dienstälteste Regierungschef der EU.
Währungskommissar Joaquín Almunia möchte die Aufsicht verstärken. Dabei müsse es nicht nur um Haushalte der Mitgliedstaaten gehen, sondern auch um die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft und die Finanzstabilität. Juncker bezeichnet es schon als eine Errungenschaft, dass der - noch nicht in allen Staaten ratifizierte - Reformvertrag von Lissabon den Euro ausdrücklich als ein Ziel der gesamten EU nennt. (Von Christian Böhmer, dpa)