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Gutachten der Wirtschaftsforschungsinstitute: 

Wachstumsprognose kräftig gesenkt

16. Apr 2008 15:44
Gebremstes Wachstum vorausgesagt
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Ein starker Euro, hohe Ölpreise und die Krise an den Finanzmärkten in aller Welt - all das wird die deutsche Wirtschaft spürbar schwächen. Die Gutachter von acht Instituten korrigieren ihre Vorraussage deutlich nach unten.

Die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute haben ihre Wachstumsprognose für dieses Jahr kräftig von 2,2 auf 1,8 Prozent gesenkt. Das geht aus ihrem Frühjahrsgutachten hervor, wie die «Süddeutsche Zeitung» meldet, der das Papier vorlag. Offiziell soll es am Donnerstag vorgestellt werden.

Der starke Euro, die hohen Ölpreise und die weltweite Krise an den Finanzmärkten werden die deutsche Wirtschaft spürbar schwächen, heißt es demnach in der Prognose. Alles in allem sei als Folge der kräftigen Schocks zwar eine spürbare Verlangsamung der konjunkturellen Expansion zu erwarten. Weiter heißt es aber: «Ein Abgleiten in eine Rezession halten die Institute jedoch für wenig wahrscheinlich.».

Negative außenwirtschaftliche Einflüsse

Die deutsche Wirtschaft sei mit viel Schwung ins Jahr gestartet. Im weiteren Verlauf würden sich jedoch die negativen außenwirtschaftlichen Einflüsse zunehmend bemerkbar machen, so die Gutachter. Das Bruttoinlandsprodukt werde daher 2008 um rund 1,8 Prozent steigen, im kommenden Jahr aber nur noch um 1,4 Prozent. Im Herbst waren die Gutachter noch von 2,2 Prozent Wachstum in diesem Jahr ausgegangen.

Das Wirtschaftswachstum wird sich nach Ansicht der Ökonomen weiterhin positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken: Die Zahl der Arbeitslosen werde 2008 auf rund 3,2 und im Jahr 2009 auf 2,97 Millionen nachgeben. Das entspräche einer Arbeitslosenquote von 7,1 und 6,6 Prozent. Im Jahr 2007 waren im Schnitt 3,77 Millionen Menschen ohne Beschäftigung.

Inflationsprognose für 2008 bei 2,6 Prozent

Die Preise in Deutschland werden auch in den restlichen Monaten des Jahres nach Einschätzung der Forscher kräftig steigen. Sie rechnen mit einer Inflation von 2,6 Prozent. Im kommenden Jahr werde die Preisentwicklung mit 1,8 Prozent aber verhaltener ausfallen.

Die weltweite Finanzmarktkrise, die mit einem Einbruch der Preise auf dem US-Immobilienmarkt begann, hat nach Einschätzung der Forscher bislang nur geringe Auswirkungen auf die Lage in Deutschland. Alles in allem gebe es bislang nur wenig Hinweise darauf, dass sich die Finanzmarktkrise schon spürbar auf die Finanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen ausgewirkt habe.

Verlangsamung im Kreditneugeschäft zu erwarten

Aufgrund der jüngsten Umfrageergebnisse bei Banken sei aber auch bei Unternehmen davon auszugehen, dass es in den kommenden Quartalen zu einer Verlangsamung im Kreditneugeschäft kommen werde. Für den Prognosezeitraum rechnen die Institute damit, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Hauptrefinanzierungssatz unverändert bei vier Prozent lässt.

Die Gemeinschaftsdiagnose wurde erstmals von acht Instituten erstellt. Beteiligt sind das Kieler IfW-Institut, das Münchner Ifo-Institut, das IWH aus Halle an der Saale, das RWI Essen, das IMK aus Düsseldorf und das Züricher KOF sowie die beiden Wiener Institute Wifo und IHS. (AP)

 
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