Zentralbank belässt Leitzins:
Euro auf neuem Rekordhoch
10. Apr 2008 12:57, ergänzt 15:01
 |  So wenig bekam man im Euroraum für seine Dollar noch nie | Foto: dpa |
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Die Gemeinschaftwährung ist so teuer wie noch nie. Der Euro ist gegenüber dem Dollar so stark, dass die EZB den Zinssatz unverändert läßt. Auch das Rohöl verteuert sich deutlich.
Am Vormittag ist der Euro auf einen neuen Rekordstand gestiegen. In der Spitze kletterte die Gemeinschaftswährung bis auf 1,5912 Dollar. Damit wurde die alte Rekordmarke vom 17. März von 1,5903 Dollar leicht übertroffen. Die Europäischen Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch noch auf 1,5726 (Dienstag: 1,5694) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete 0,6359 (0,6372) Euro.
Vor diesem Hintergrund beließ die EZB den Leitzins in der Eurozone wie erwartet auf dem aktuellen Niveau. Der wichtigste Leitzins zur Versorgung der Kreditwirtschaft mit Zentralbankgeld liege weiter bei 4,00 Prozent, teilte die EZB nach ihrer Ratssitzung in Frankfurt mit. Zuletzt hatte die Notenbank die Zinsen im Juni 2007 um 0,25 Prozentpunkte erhöht. Seither liegt der Leitzins bei 4,00 Prozent.
Konjunkturelle Sorgen in England
Die von vielen Ökonomen erwartete Zinssenkung der EZB läßt somit etwas länger auf sich warten. Die Rekord-Teuerung von 3,5 Prozent im März in der Eurozone und die im Gegensatz zu den USA vergleichsweise robuste Konjunktur halten die EZB den Experten zufolge davon vorerst ab. Viele Ökonomen erwarten nun erst gegen Jahresende eine Zinssenkung. Dann dürfte die Finanzmarktkrise erste konjunkturelle Bremsspuren in Europa hinterlassen. Die US-Notenbank hat dagegen ihren Leitzins wegen der Konjunkturabkühlung auf inzwischen 2,25 Prozent kräftig gesenkt.Hingegen senkt die britische Notenbank den Leitzins um einen Viertelpunkt auf 5,0 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit 17 Monaten. Die Entscheidung war von den Finanzmärkten angesichts der konjunkturellen Sorgen erwartet worden. Noch im Dezember vergangenen Jahres hatte der Leitzins der Bank of England bei 5,75 Prozent gelegen.
Rekord beim Rohöl
Zudem klettert der Ölpreis weiter und erreichte ein neues Rekordhoch. Die Notierung für ein Barrel (159 Liter) US-Leichtöl schoss am Mittwoch im elektronischen Handel an der New Yorker Rohstoffbörse zeitweise bis auf 112,21 Dollar. Der bisherige Rekordpreis von 111,80 Dollar war im vergangenen Monat erreicht worden. Der Schlusskurs für US-Öl lag am Mittwoch bei 110,87 Dollar je Fass.Unmittelbarer Auslöser des neuerlichen Preisanstiegs war ein US-Regierungsbericht, wonach die Ölvorräte in der vergangenen Woche niedriger als erwartet waren. Experten machten jedoch auch Spekulanten und den schwachen Dollar verantwortlich. Am Donnerstag pendelte der Ölpreis zunächst um den Schlusskurs vom Vortag. «Die Entwicklung der Ölpreise hat sich schon seit Wochen von den Fundamentaldaten abgekoppelt», sagte die Sprecherin des Hamburger Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV), Barbara Meyer-Bukow, der Nachrichtenagentur AP.
Händler wollen Geld machen
Öl sei genug im Markt. Derzeit treibe der schwache Dollar die Investoren an den Handelsplätzen in stabile Anlagen wie Rohstoffe und besonders Öl: «Viele Händler glauben offenbar, dass am Ölmarkt noch Geld zu verdienen ist.» Trotz des teuren Öls sind die Spritpreise in Deutschland noch ein gutes Stück von den Rekordständen entfernt. «Der starke Euro schützt die Autofahrer derzeit vor noch höheren Spritpreisen», sagte Meyer-Bukow. Superbenzin kostet demnach im Bundesschnitt derzeit etwa 1,40 Euro je Liter, Diesel etwa 1,32 Euro. Super hatte im November vergangenen Jahres schon 1,48 Euro je Liter gekostet, Diesel 1,37 Euro. (AP/ dpa)
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