01. Apr 2008 10:14
Nach dem erneuten Rückgang der Arbeitslosenquote im März bekommen die Propheten der Vollbeschäftigung starken Rückenwind. Auch Analysten der Banken geben sich zuversichtlich.
Angesichts der guten Konjunktur und des vergleichsweise milden Winters hat sich der deutsche Arbeitsmarkt im März unverändert robust präsentiert. Der Rückgang fiel etwas stärker aus als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Bei der Nachfrage nach Fachkräften zeigte sich nach Angaben der BA auch im März noch keine Eintrübung. Der Bedarf an qualifizierten Mitarbeitern sei weiter hoch, geht aus dem am Montag veröffentlichten Stellenindex BA-X der Bundesagentur hervor. Die Expansion scheine aber an ihre Grenzen zu stoßen, heißt es.Auch Volkswirte deutscher Großbanken gehen davon aus, dass sich der Job-Boom der vergangenen zwei Jahre erst einmal fortsetzen wird. Vor allem die gute Auftragslage der Industrie werde weiter für die Schaffung neuer Arbeitsplätze sorgen, prognostizierten Bankanalysten. Die Folgen einer abflauenden Konjunktur werde sich auf dem Stellenmarkt möglicherweise erst 2009 bemerkbar machen.
Dresdner-Bank-Volkswirt Alexander Koch vertritt die Auffassung, dass der Beschäftigungsaufbau erst einmal weitergeht. «In erfolgreichen Industriesparten, wie im Maschinenbau und der Elektroindustrie, werden weiter Arbeitskräfte gesucht», stellte er unter Berufung auf entsprechende Branchenumfragen fest. Die Auftragsbücher seien wegen der weltweiten Nachfrage bis Ende 2009 gefüllt. Andere Bankenvolkswirte sehen die Lage ähnlich.CDU-Arbeitsmarktexperte Ralf Brauksiepe hält ebenso wie Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) die Chancen für eine Vollbeschäftigung in Deutschland für eine keineswegs unrealistische Option. «Ich halte Vollbeschäftigung durchaus für möglich. Wir haben ja 1,6 Millionen Arbeitsplätze jetzt zusätzlich geschaffen gegenüber der Situation noch von vor drei Jahren», sagte Brauksiepe dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Schon jetzt herrsche in einigen Regionen Deutschlands Vollbeschäftigung. (nz/dpa)