Wirtschaftsentwicklung:
EZB befürchtet Konjunkturschwäche
14. Feb 2008 11:59
 |  Eine Installation mit dem Euro-Zeichen vor der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt am Main | Foto: dpa |
|
Die Finanzmarktkrise in Deutschland ist noch nicht vorbei. Jetzt sieht auch die Europäische Zentralbank, «dass in Bezug auf die Kojunkturaussichten die Abwärtsrisiken überwiegen».
Die Europäische Zentralbank (EZB) befürchtet wegen der weltweiten Finanzmarktkrise eine Abschwächung er Konjunktur. «Angesichts der anhaltenden Risikoneubewertung an den Finanzmärkten bleibt die Unsicherheit über die insgesamt daraus resultierenden realwirtschaftlichen Folgen ungewöhnlich groß», schreibt die EZB in ihrem am Donnerstag in Frankfurt veröffentlichten Monatsbericht für Februar.
Die jüngsten Daten bestätigten, «dass in Bezug auf die Kojunkturaussichten die Abwärtsrisiken überwiegen». Das Wachstumstempo habe sich zum Jahresende 2007 bereits verlangsamt. Der EZB-Rat werde deshalb in den kommenden Wochen alle Entwicklungen «sehr genau verfolgen». Damit ist eine Zinssenkung in der Euro-Zone nicht mehr ausgeschlossen.
Weiterhin starker Aufwärtsdruck auf die Inflation
Die meisten Volkswirte erwarten nach den massiven Zinssenkungen in den USA auch im Euro-Raum im Frühjahr oder Sommer einen ersten Schritt nach unten. Derzeit liegt der Leitzins bei 4,0 Prozent. Allerdings orientiert sich die EZB bei ihren Zinsentscheidungen vor allem an der Preisentwicklung. Eine anziehende Inflation spricht eigentlich für eine Zinserhöhung, zumindest aber gegen eine Senkung. Im Monatsbericht hielt sie fest, dass «kurzfristig weiterhin ein starker Aufwärtsdruck auf die Inflation besteht». In den kommenden Monaten werde die Inflationsrate in der Euro-Zone weiterhin deutlich über zwei Prozent liegen und sich im Jahresverlauf nur allmählich abschwächen. Im Januar lag sie bei 3,2 Prozent. Die EZB sieht Preisstabilität bei Werten knapp unter zwei Prozent gewahrt. (dpa)