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US-Finanzkrise: 

Auslöser, Folgen, Maßnahmen

Herz der US-Wirtschaftswelt: Die Wall Street in New York
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Die Weltwirtschaft schaut bange in die USA: Droht der größten Volkswirtschaft der Erde eine Rezession? Die Netzeitung liefert Daten und Hintergründe zur Krise und präsentiert die Argumente der Optimisten wie Skeptiker.

Kaum eine Frage bewegt Ökonomen und Wirtschaftsverbände, aber auch Politiker derzeit so sehr wie die, ob die US-amerikanische Wirtschaft auf eine Rezession zusteuert – oder sich gar schon mittendrin befindet. Ein spürbarer Abschwung der größten Volkswirtschaft der Welt hätte auch deutliche Auswirkungen auf die Konjunktur in Asien und Europa.

US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte Anfang April eingeräumt, dass die US-Wirtschaft in diesem Jahr in eine Rezession rutschen könnte. Eine solche liegt der gängigen Definition zufolge vor, wenn die Wirtschaft zwei Quartale nacheinander nicht wächst – bewertet anhand der Veränderung des jeweiligen Bruttoinlandsprodukts (BIP) gegenüber dem Vorjahresquartal. Im Schlussquartal 2007 legte die US-Wirtschaft nur noch um 0,6 Prozent zu. Ein ebenso starkes Wachstum verzeichnete das US-BIP im ersten Quartal 2008. Allerdings sind diese Wachstumsraten deutlich geringer als zuvor.

Zudem signalisiert der amerikanische Arbeitsmarkt eine Eintrübung. Im März verlor die größte Volkswirtschaft der Welt wegen der Konjunkturflaute 80.000 Jobs. Die Arbeitslosenquote stieg auf 5,1 Prozent von 4,8 Prozent im Vormonat. In den ersten drei Monaten 2008 büßten die USA insgesamt 232.000 Arbeitsplätze ein.

Volkswirte sind allerdings uneins, wie groß die Gefahr einer US-Rezession wirklich ist. Optimisten sehen noch gute Chancen, einen Abschwung abwenden zu können. Pessimisten sagen, die US-Wirtschaft befinde sich womöglich schon in der Rezession. Was spricht ökonomisch für und was gegen einen Absturz?

Als ein Auslöser eines drohenden Abschwungs gilt die Hypothekenkrise in den USA. Schon im Frühjahr 2007 zeichnete sich ein Platzen der Immobilienblase ab, worüber die Netzeitung Anfang April berichtete. Im Mittelpunkt stehen dabei die so genannten Subprimes, also Hypothekenkredite für Gläubiger ohne ausreichende Sicherheiten. Der Preisverfall auf dem US-Häusermarkt bewirkte zudem, dass viele Eigenheime weniger wert wurden als die Hypothekenschulden, die darauf lasten.

Die Krise traf viele Banken schwer – nicht nur US-Geldhäuser, sondern auch Großbanken in Europa wie die schweizerische UBS, HSBC und die Deutsche Bank sowie deutsche Landesbanken. Da auch der Immobilienmarkt in Großbritannien schwächelt, geriet die dortige Hypothekenbank Northern Rock in schwere Schieflage. Heftig gebeutelt wurde auch die deutsche Mittelstandsbank IKB, die an den Rand der Pleite geriet. In den Strudel geriet dabei die staatliche Bankengruppe KfW, die mit gut 40 Prozent Großaktionärin der IKB ist und einen Großteil der Milliarden schultern musste, die als Rettungspaket in die Mittelstandsbank gesteckt wurden, um sie vor dem Zusammenbruch zu bewahren.

Die US-Regierung und die Notenbank versuchen, gegen die Rezession anzusteuern. Schon im Sommer 2007 pumpt die Fed – wie auch andere Zentralbanken – mehrmals Liquidität in den Markt, um der vorsichtigeren Kreditvergabe der Banken untereinander entgegenzuwirken. Zudem senkte die US-Notenbank seit Herbst in mehreren Schritten die Zinsen. Bis Ende April wurde der wichtigste Leitzins in sieben Schritten seit August 2007 auf 2,0 Prozent reduziert. Als überhastet kritisiert wurde dabei die große Zinssenkung um 0,75 Punkte im März 2008. US-Präsident George W. Bush kündigte derweil ein Konjunkturpaket im Volumen von 150 Milliarden Dollar an.

Umstritten ist unter Ökonomen ferner, wie stark eine US-Rezession sich auf die restliche Welt auswirken würde. Optimisten berufen sich auf die Entkopplungstheorie: Die Abhängigkeit der Weltwirtschaft von den USA sei in den vergangenen Jahren gesunken, da Amerika im Welthandel an Gewicht verliere. Pessimisten halten dieser Einschätzung entgegen, dass die globalen Finanzströme vielmehr Abhängigkeiten schaffen.
 
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