03.02.2008
Herausgeber: netzeitung.de
Ein Azubi mehr bringt Firmen ab Sommer auch mehr Geld
Foto: Signal Iduna/dpa/gms
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Das Arbeitsministerium will Firmen Prämien zahlen, die sogenannten Altbewerbern einen neu geschaffenen Ausbildungsplatz anbieten. Kritiker befürchten Mitnahmeeffekte durch Unternehmen.
Bundesarbeitsminister Olaf Scholz (SPD) will nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» schon vom kommenden Sommer an den geplanten Ausbildungsbonus für zusätzliche Lehrstellen für sogenannte Altbewerber auszahlen. Das gehe aus dem Gesetzentwurf hervor, den Scholz jetzt fertiggestellt habe.
Von den knapp 735.000 Lehrstellenbewerbern des Jahres 2007 waren mehr als die Hälfte - rund 385.000 - Altbewerber. Vorgesehen sind für die Betriebe Einmalprämien zwischen 4000 und 6000 Euro - je nach Lohnhöhe.
Die Bundesregierung hatte bereits Anfang Januar im Rahmen ihrer Qualifizierungsoffensive beschlossen, 100.000 zusätzliche Lehrstellen bis 2010 mit Prämien zu fördern. Die Kosten dieser Förderung könnten sich auf bis zu 700 Millionen Euro belaufen, zitiert die Zeitung aus dem Gesetzentwurf. Zahlen solle die Bundesagentur für Arbeit.
Mitnahmeeffekte befürchtetArbeitgeber, Gewerkschaften und Teile der Opposition hatten sich skeptisch gezeigt. Sie befürchten Fehlanreize und Mitnahmeeffekte. «Der von Olaf Scholz forcierte Ausbildungsbonus treibt die unsoziale Berufsbildungspolitik der Bundesregierung auf die Spitze», sagte Nele Hirsch, bildungspolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke. «Nachdem sich die Unternehmen jahrelang aus ihrer Verantwortung zur Finanzierung der beruflichen Bildung herausgezogen haben, sollen sie jetzt für die Bereitstellung von Ausbildungsplätzen auch noch finanziell belohnt werden.» (nz/dpa)