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Wirtschaft will keine weiteren Mindestlöhne

11. Jan 2008 17:54
Sie haben ihn schon, den Mindestlohn.
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Die Pläne von Arbeitsminister Scholz, Mindestlöhne für alle Branchen gesetzlich möglich zu machen, bringt Wirtschaftvertreter auf die Barrikaden. Das sei ein «verhängnisvoller Irrweg».

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft haben die Bundesregierung zum Verzicht auf weitere Mindestlohn-Regelungen aufgefordert. Mit der geplanten Änderung des Entsendegesetzes und des Gesetzes über Mindestarbeitsbedingungen würde der «verhängnisvolle Irrweg staatlicher Lohnfestsetzungen fortgesetzt», kritisierten Arbeitgeber, Industrie, Handel und Handwerk am Freitag in einer gemeinsamen Erklärung.

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Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung gemeldet, Arbeitsminister Olaf Scholz wolle Mindestlöhne in allen Branchen ermöglichen. Deutschland sei ein Hochlohnland mit durchschnittlichen Stundenlöhnen von mehr als 20 Euro, so die Verbände. Es treffe nicht zu, dass vollzeitbeschäftigte Arbeitnehmer zunehmend auf staatliche Fürsorgeleistungen angewiesen seien. Es handele sich bei den «Aufstockern» überwiegend um Teilzeitarbeitnehmer und Minijobber.

Das Arbeitsministerium teilte mit, Minister Scholz werde «sehr bald» das Mindestarbeitsbedingungsgesetz und die Novelle des Arbeitnehmerentsendegesetzes auf den parlamentarischen Weg bringen. Insgesamt geht die SPD davon aus, dass etwa zehn Branchen einen Antrag auf Aufnahme in das Entsendegesetz stellen, um so einen Mindestlohn festzulegen. Nur Branchen mit einer Mindesttarifbindung von 50 Prozent der Arbeitnehmer können solch eine Aufnahme beantragen. Der Antrag soll bis zum 31. März dem Arbeitsminister vorliegen.

Um eine untere Lohngrenze in nicht oder nur gering tarifgebundenen Branchen zu erreichen, soll das aus dem Jahr 1952 stammende Mindestarbeitsbedingungsgesetz reformiert werden. FDP-Generalsekretär Dirk Niebel warf der Koalition daraufhin vor, per Handstreich Mindestlöhne in allen Branchen vorgeben zu wollen und damit eine Vielzahl von Arbeitsplätzen zu vernichten. «Noch mehr Branchen sollen trotz Tarifbindung über einen Kamm geschoren werden, ohne Rücksicht auf Verluste», urteilte Niebel.

Verbände für mehr Jobs im Niedriglohnbereich

«Deutschland hat nicht zu viel, sondern zu wenig Arbeitsplätze im Niedriglohnbereich», so die Verbände. Sie appellierten an die Verantwortlichen, «staatliche Eingriffe in die Tarifautonomie zu unterlassen». Die gemeinsame Erklärung verfassten Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Bundesverband der Deutschen Industrie, Deutscher Industrie- und Handelskammertag und Zentralverband des Deutschen Handwerks. Auch die Wirtschaftsjunioren warnten vor einer Aufweichung der Tarifautonomie und betonten, das gerade jungen Menschen der Berufseinsteig durch Mindestlöhne erschwert werde. (AP)

 
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