02. Jan 2008 22:17
Spekulationskäufe trieben die Marke für kurze Zeit auf den historischen Höchststand. Aber auch Angriffe auf Förderanlagen in Nigeria beeinflussten den Markt.
Analysten erklärten, offenbar hätten neue Angriffe auf Förderanlagen in Nigeria den entscheidenden Ausschlag gegeben. Zu dem Anstieg trugen auch die Nachricht von der Schließung mehrerer mexikanischer Häfen wegen schlechten Wetters sowie ein Bericht der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) bei. Diese hatte erklärt, sie könne möglicherweise schon 2024 die weltweite Nachfrage nach Rohöl nicht mehr decken. Der Preis für das Barrel der Sorte Light Sweet Crude mit Lieferdatum Februar stieg um 4,02 Dollar auf genau 100 Dollar, bevor er auf einem Rekordhoch von 99,62 schloss. Inflationsbereinigt bewegt sich der Ölpreis damit auf dem Niveau der frühen 80er Jahre. Im Jahr 2007 war der Ölpreis um 57 Prozent gestiegen und hatte am 21. November vorübergehend 99,29 Dollar erreicht.
Der Ölpreis wird seit Jahren vom steigenden weltweiten Verbrauch in die Höhe getrieben, vor allem der Boom in China sorgt dort für kräftigeren Öldurst. Gleichzeitig stützen viele geopolitische Sorgen den hohen Ölpreis: Spannungen zwischen dem Westen und dem Groß-Förderer Iran, Unruhen und Attentate im ölreichen Irak, Rebellenangriffe auf Pumpanlagen in Nigeria. Das Weiße Haus erklärte am Mittwoch, es werde kein Öl der strategischen Reserve freigeben, um die Preise zu senken. Ein solcher Schritt sei nur in einem echten Notfall denkbar, sagte die Sprecherin des Weißen Hauses, Dana Perino. Die strategische Reserve umfasste Anfang November 694 Millionen Barrel Öl. Die Regierung will sie bis auf ihr Maximum von 727 Millionen Barrel steigern. (AP)