23.12.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Hermann Scheer
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Energieexperte Scheer hat einen staatlich überwachten Stromerchner gefordert. Die vielen Energieportale im Internet verbreiten seiner Meinung nach «mehr Nebel als Transparenz».
Der SPD-Energieexperte Hermann Scheer hat Zweifel an der Unabhängigkeit der Vergleichsportale für Stromtarife geäußert. «Das glaube ich einfach nicht», sagte Scheer der «Frankfurter Rundschau» mit Blick auf die hohen Kosten für die aufwendige Datenrecherchen bei rund 900 Stromversorgern.
Ein Hinweis, wie die Onlinerechner sich finanzieren, sei für Verbraucher wichtig, ergänzte Scheer. Nur so könnten sie einschätzen, auf wen sie sich bei ihrer Tarifsuche eigentlich einließen. Und dass unterschiedliche Portale auf den gleichen Tarifrechner zurückgriffen, ohne das deutlich kenntlich zu machen, sei bedenklich. «In Wirklichkeit verbreiten diese Portale mehr Nebel als Transparenz», sagte der Vorsitzende des Weltrats für Erneuerbare Energien.
Scheer forderte einen staatlichen Stromkalkulator, wie es ihn in Österreich gibt. Beim Bundeswirtschaftsministerium hat die Diskussion über die Vergleichsportale nach Angaben eines Sprechers erst begonnen. Ein staatliches Modell wie in Österreich sei rechtlich problematisch. Das Ministerium stehe dem britischen Modell offen gegenüber, schreibt die Zeitung. Dort überwache ein unabhängiges Institut die freiwillige Einhaltung gewisser Standards bei Vergleichsportalen. «Darüber kann diskutiert werden», sagte ein Ministeriumssprecher dem Blatt. Die Zeitung hatte drei Tarifrechner getestet, die auf der Suche nach dem «günstigsten» Angebot zu völlig unterschiedlichen Ergebnissen gekommen seien. (dpa)