Der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth, hatte dagegen gesagt, es bestünden durchaus Chancen für einen Ausbau des Wettbewerbs im Postsektor. Er wandte sich in seinem Tätigkeitsbericht gegen eine alternativlose Schwarzmalerei. «Wenn sich der Pulverdampf etwas gelegt hat, wird man auch die Chancen für den Wettbewerb angesichts der Marktöffnung wieder erkennen», sagte er. Mit flexiblen Lösungen und kreativen Geschäftsmodellen könne der Wettbewerb ausgebaut werden und sich erfolgreich entwickeln. Die Jahresumsätze im Postmarkt hätten fast 24 Milliarden Euro erreicht, von denen mehr als 18 Milliarden Euro im Wettbewerb erzielt worden seien, sagte Kurth. Auf dem Briefmarkt seien 750 Lizenznehmer aktiv, die mit Umsätzen von über einer Milliarde Euro einen Marktanteil von mehr als 10 Prozent erreichten. Die Preise für Einzelbriefsendungen sind nach Angaben Kurths in den vergangenen fünf Jahren entgegen dem europäischen Trend um mehr als fünf Prozent gesunken. Dies komme allen Verbrauchern - und nicht nur den Geschäftskunden - zugute.
Die Monopolkommission setzt sich aus fünf Mitgliedern zusammen, die auf Vorschlag der Bundesregierung für jeweils vier Jahre vom Bundespräsidenten berufen werden. Nach dem Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen legt die Monopolkommission alle zwei Jahre ein Hauptgutachten vor, in dem sie den Stand und die absehbare Entwicklung der Unternehmenskonzentration in Deutschland beurteilt. Außerdem bewertet die Monopolkommission regelmäßig die Vorschriften zur Kontrolle von Zusammenschlüssen und andere wettbewerbspolitische Fragen. (dpa)