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Konjunkturprognose nach unten korrigiert

13. Dez 2007 19:06
Wirtschaftsinstitute erwarten 2008 einen geringeren Aufschwung
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Bei ihren Prognosen für die Konjunktur in Deutschland waren Wissenschaftler für das kommende Jahr bisher optimistisch. Nun haben zwei Forschungsinstitute ihre Vorhersagen nach unten korrigiert.

Zwei führende Forschungsinstitute haben ihre Prognosen für das Wirtschaftswachstum in Deutschland deutlich nach unten korrigiert. Grund sind unter anderem die Turbulenzen auf den internationalen Finanzmärkten nach der Immobilienkrise in den USA. Insgesamt halten die Ökonomen den konjunkturellen Aufwärtstrend aber für intakt. Damit dürfte sich die Lage auf dem zuletzt boomenden Arbeitsmarkt auch in den nächsten zwei Jahren weiter verbessern. Nach Ansicht des Wirtschaftsweisen Peter Bofinger werden die Menschen trotz des sich verlangsamenden Aufschwungs mehr Geld in der Tasche haben.

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Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) in Kiel senkte am Donnerstag seine Wachstumsprognose für das nächste Jahr von 2,4 auf 1,9 Prozent. Auch im Jahr 2009 werde das Wachstum mit 1,6 Prozent eher moderat ausfallen. In diesem Jahr schätzen die Experten ein Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) von 2,6 Prozent.

Das Münchner Ifo-Institut rechnet nach 2,5 Prozent Wachstum 2007 mit einem Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent im Jahr 2008. Für 2009 wird eine Abschwächung auf 1,5 Prozent prognostiziert. Auch die Deutsche Bundesbank hat nach Informationen der «Frankfurter Rundschau» die Erwartungen gesenkt. Sie gehe von einem Wachstum von 1,9 Prozent aus, nach zuvor 2,5 Prozent.

US-Immobilienkrise belastet die Wirtschaft

Gegenwind erhält die Konjunktur in Deutschland nach Einschätzung der Wirtschaftsinstitute wegen der Turbulenzen an den Finanzmärkten, die von einem abrupten Ende des Booms am US-Immobilienmarkt ausgelöst wurden, mittlerweile aber die Märkte global erschüttern. Das Ifo-Institut sieht zudem schlechtere weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen.

Auch der hohe Eurokurs und die steigenden Ölpreise schaden laut IfW der Wirtschaft. Der hohe Ölpreis und somit die Verteuerung anderer Energieprodukte erhöhe die Kosten von Unternehmen und schränke damit die Kaufkraft der Haushalte ein. Wegen der schwächelnden US-Konjunktur werde die Auslandsnachfrage zurückgehen.

Die Investitionsfreude in Deutschland dürfte 2008 nachlassen, weil Projekte auf 2007 vorgezogen worden seien, hieß es. Damit werde die bislang wichtigste Stütze der Binnennachfrage geschwächt. «Es hängt alles am Konsum», sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Die Prognosen seien jedoch «mit sehr hohen Risiken behaftet», weil nicht absehbar sei, wie sich der Dollar und die Ölpreise weiterentwickeln.

Arbeitslosenzahlen werden weiter sinken

Auf dem Arbeitsmarkt wird der Aufwärtstrend nach Einschätzung des ifo Institutes auch in den nächsten zwei Jahren anhalten. Doch werde sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit verlangsamen. Nach im Schnitt 3,783 Millionen Arbeitslosen in diesem Jahr rechnet das Institut für 2008 mit 3,493 Millionen und im Jahr darauf mit etwa 3,393 Millionen Menschen ohne Arbeit.

Die wachsende Beschäftigung könne für mehr Kaufkraft der privaten Haushalte sorgen und dem schwachen Konsum wieder Auftrieb verleihen. In diesem Jahr sei der Konsum wegen der Mehrwertsteuererhöhung aber um 0,2 Prozent zurückgegangen. «Die Mehrwertsteuer hat den ganzen Zuwachs an Nettolöhnen verfrühstückt», sagte Sinn.

Der Wirtschaftsweise Bofinger geht davon aus, dass die Verdienste 2008 zulegen - und dann auch der Konsum anzieht. «Die Tariflöhne werden um etwa 2,4 Prozent steigen», sagte er im ARD-Mittagmagazin. Mit einer Inflationsrate von etwa zwei Prozent komme es «also zu einem Anstieg der Realeinkommen, was dem Aufschwung zu Gute kommt.» (dpa)

 
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