28. Nov 2007 10:33
Einander widersprechende Konzepte, Deutschlands Arbeitnehmer an ihren Unternehmen zu beteiligen, verhinderte bislang eine Lösung. Nun bewegt sich die Union.
Die SPD setzt bei der Kapitalbeteiligung von Arbeitnehmern auf einen «Deutschlandfonds», die Union will die Beteiligung unternehmensnah regeln. Deutschland liegt bei der Mitarbeiterbeteiligung im europäischen Vergleich weit hinten. Lediglich in 10 Prozent der Betriebe mit mehr als 200 Mitarbeitern gibt es eine Kapitalbeteiligung. In Frankreich sind 20 Prozent, in den Niederlanden 22 Prozent und in Großbritannien 30 Prozent.Im Oktober bildete die Koalition eine Arbeitsgruppe, um einen Kompromiss zu finden. Hauptproblem: Bleibt die Beteiligung eines Mitarbeiters an seinem Unternehmen nur eine Einlage in einem übergreifenden Fonds oder sind seine Anteile konkret seiner Firma zuordenbar? Das kann unter anderem dann entscheidend sein, wenn der Betrieb pleite geht. Im Normalfall sind die Anteile dann ganz oder wenigstens teilweise futsch. Merkel sagte nun, ein Fonds sei dann akzeptabel, «wenn es eine gewisse Bindung an den eigenen Betrieb oder eine Gruppe von Betrieben gibt, damit die Beteiligung nicht völlig entkoppelt wird.« Anderenfalls unterscheide sie sich kaum vom normalen Fondssparen. Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) hatte sich zuletzt für staatlich kontrollierte, gegeneinander konkurrierende Fonds ausgesprochen, die private Anbieter entwickeln und führen sollten.