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Ökonomen fürchten Spirale bei Inflation

28. Nov 2007 09:59
Die Inflation ist so hoch wie zuletzt vor 13 Jahren.
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Die SPD sieht keine Möglichkeit, etwas gegen die hohe Inflation zu tun. Volkswirte warnen vor einer Preisspirale: Wenn die Gewerkschaften starke Lohnerhöhungen fordern, würde das die Teuerung anheizen.

Die SPD schließt Steuersenkungen zur Bekämpfung der hohen Inflationsrate aus. «Nach allem, was wir wissen, würde das an den Preisen nichts ändern», sagte der Finanzexperte der SPD-Bundestagsfraktion, Joachim Poß, am Mittwoch im ARD-Morgenmagazin. Die Politik habe «keine konkreten Handlungsmöglichkeiten, die den Menschen wirklich helfen würden», betonte Poß.

Teures Öl und deutliche Preissteigerungen bei Lebensmitteln haben die Inflation im November auf den höchsten Stand seit 13 Jahren getrieben. Der Preisauftrieb gegenüber dem Vorjahresmonat betrug 3,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden auf Basis erster Berechnungen aus sechs Bundesländern mitteilte. Zuletzt war die Teuerung im Februar 1994 so hoch.

Experte fürchtet «Inflationsmentalität»

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Der Konjunkturchef des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Joachim Scheide, warnte in diesem Zusammenhang vor einer «Inflationsmentalität»: Die Bürger könnten sich an die hohen Inflationsraten gewöhnen und Firmen dieses Verhalten über weitere Preiserhöhungen ausnutzen, sagte er der «Bild».

Der «Berliner Zeitung» sagte Scheide: «Wir können froh sein, dass der Euro so stark im Vergleich zum Dollar ist. Sonst würde der Preisanstieg beim Öl viel stärker durchschlagen.» Der Ölpreis wird in Dollar berechnet – da der Euro derzeit bei Rekordmarken steht, schlägt sich der Ölpreisanstieg in der Eurozone nicht so stark nieder.

Roland Döhrn vom Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) sprach in der «Bild» von einer bedenklichen Entwicklung. 2008 könne es Zweitrunden-Effekte beispielsweise durch starke Lohnerhöhungen geben: «Das würde die Teuerung wieder anheizen.»

Inflation frisst Lohnsteigerungen auf

Die Angst vor einem solchen Zweitrunden-Effekt ist durchaus berechtigt: Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) wies bereits darauf hin, dass die hohe Inflationsrate die Lohnsteigerungen der Tarifrunde 2007 praktisch wieder aufzehrt. «Die durchschnittlichen Tariflohnsteigerungen liegen in diesem Jahr bei 2,4 Prozent», sagte DGB-Chefökonom Dierk Hirschel der «Berliner Zeitung». «Das bedeutet, dass die Reallohnsteigerungen nur minimal ausfallen werden».

Von der Lohnseite könne es also keine Impulse für den privaten Konsum geben. Wenn im nächsten Jahr auch die Investitionsbereitschaft der Firmen nachlasse, bestehe eine «hohe Wahrscheinlichkeit, dass die Binnennachfrage am Boden liegt.» Der Volkswirt des Bundesverbandes deutscher Banken, Karl Knappe, warnte vor der «gefühlten Inflation», die noch höher sein dürfte als die tatsächliche.

Deshalb bestehe durchaus die Gefahr, dass die Verbraucher das, was sie zusätzlich für Energie und Lebensmittel ausgeben, an anderer Stelle einzusparen versuchen. Es gebe aber keinen Anlass zu übertriebenem Pessimismus: «Wegen der steigenden Beschäftigung und der erwarteten höheren Lohnabschlüsse rechne ich im kommenden Jahr weiterhin mit einem Anstieg des privaten Konsums», sagte Knappe. (nz)

 
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