Strompreiserhöhung erzürnt Gabriel16. Okt 2007 09:08  |  Bundesumweltminister Gabriel nennt die Begründung für höhere Stompreise Unsinn | Foto: dpa |
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Unsinn sei die Begründung der Stromkonzerne für die jüngste Preisrunde, wettert der Umweltminister: Die staatlichen Abgaben seien gar nicht gestiegen. Sigmar Gabriel rät zum Anbieterwechsel – aber auch kleinere werden teurer.
Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) hat die Begründung der großen Stromversorger für die am Montag angekündigte Preisrunde zum Jahreswechsel als Unsinn abgetan: Die staatlichen Abgaben seien gar nicht erhöht worden, sagte der Minister der «Frankfurter Rundschau». Auch die Argumentation, die Einspeisung von Wind- oder Sonnenenergie treibe die Preise hoch, ließ Gabriel nicht gelten: Auf jeder Stromrechnung sei zu lesen, «dass der Anteil der Erneuerbaren Energie nur vier Prozent der Gesamtkosten ausmacht». Der Anteil der Netznutzungsgebühren, die in die Kassen der Stromkonzerne flössen, sei mit «30 bis 40 Prozent» hingegen bis zu zehn Mal so hoch.
«Kriegserklärung an die Verbraucher»
Marktführer Eon hatte angekündigt, die Preise für Endkunden würden zum 1. Januar 2008 um bis zu knapp zehn Prozent angehoben. Konkurrent RWE hat gerade erst eine Preisrunde abgeschlossen. Die höheren Preise waren nach der Ankündigung auf scharfe Kritik von Verbaucherschützern getroffen. In der «FR» sprach der Vorsitzende des Bundesverbandes der Energieverbraucher, Aribert Peters, gar von einer «Kriegserklärung an die Verbraucher und an den Staat».
Wie die Verbraucherschützer rief auch Minister Gabriel zum Anbieterwechsel auf. Er räumte aber auch selbstkritisch ein, dass Politiker keine Preise festsetzen könnten. Sie müssten «aber dafür sorgen, dass der Wettbewerb angekurbelt wird». Dabei sei der Ausbau Erneuerbarer Energie ein wichtiger Schritt, meinte Gabriel.
Kleine ziehen nach
Allerdings könnte es nach Einschätzung des Brachendienstes Verivox künftig schwieriger werden, einen günstigeren Anbieter zu finden: Mehrere hundert Firmen planten, zum Jahreswechsel ebenfalls die Preise zu erhöhen, sagte eine Verivox-Sprecherin der «Bild»-Zeitung. Sie sprach von «insgesamt rund 300 Versorgern», die vor entsprechenden Schritten stünden. Die Sprecherin deutete an, das Plus könne sich bei sieben bis acht Prozent bewegen. (nz)
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