netzeitung.deEU hat kein Geld für den Transrapid übrig

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EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot
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Das Finanzierungsmodell für die Münchener Transrapid-Strecke hat nur wenige Stunden gehalten. Die EU will die erhofften Millionen nicht beisteuern.

Die Europäische Kommission sieht kaum Chancen für eine Förderung des Münchner Transrapid-Vorhabens aus Brüsseler Kassen. An dieser Einschätzung von EU-Verkehrskommissar Jacques Barrot habe sich nichts geändert, teilte die Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Barrot hatte im August gesagt: «Ich halte es für höchst unwahrscheinlich, dass Europa das Transrapid-Projekt aus seinem Haushalt für die Transeuropäischen Verkehrsnetze kofinanzieren wird.»

Die von Barrot angedeutete Möglichkeit, Zuschüsse aus dem Forschungsbudget der Kommission für die Magnetschwebebahn zu zahlen, scheint ebenfalls äußerst klein zu sein. Das sei «auch keine realistische Perspektive», sagte Kommissionssprecher Jens Mester. Geld aus dem Forschungshaushalt könne nur für die Entwicklung neuer Technologien bereitgestellt werden: «Man muss aber davon ausgehen, dass der Transrapid ein ausgereiftes Produkt ist», sagte Mester.

Für die Forschungs- und Verkehrsprogramme der EU gilt zudem gleichermaßen, dass bevorzugt Projekte mit grenzüberschreitendem Ansatz gefördert werden. Anders als andere EU-geförderte Verkehrsvorhaben in Bayern solle der geplante Transrapid aber «von München nach München» fahren, betonen Mitarbeiter von Barrot. Unklar ist in Brüssel derzeit zudem, ob Deutschland überhaupt eine Förderung aus einem der Töpfe beantragt hat.

Am Vormittag hatten der bayerische Wirtschaftsminister Erwin Huber und Ministerpräsident Edmund Stoiber (beide CSU) den Kompromiss zur Finanzierung der Strecke zum Münchener Flughafen der Öffentlichkeit vorgestellt. Darin sind auch 50 Millionen Euro von der EU eingeplant. Insgesamt soll das Projekt nach dem derzeitigen Finanzplan 1,85 Milliarden Euro kosten - davon trägt mit 925 Millionen Euro der Bund die Hälfte der Kosten, Bayern steuert jetzt 490 Millionen Euro bei. Der Flughafen soll nach dem Willen der Mehrheitsgesellschafter Bund und Land 100 Millionen Euro einbringen, der Anteil der Bahn liegt bei 235 Millionen Euro, wovon die Industrie 50 Millionen Euro übernehmen soll. (dpa/nz)