netzeitung.deMünchen bekommt seinen Transrapid

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Zwei Besucher begutachten ein Transrapid-Modell auf dem Münchener Flughafen (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Zwei Besucher begutachten ein Transrapid-Modell auf dem Münchener Flughafen
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Lange Verhandlungen mit erfolgreichem Ende: Für die Finanzierung der Münchener Transrapidstrecke ist ein Kompromiss gefunden - sollte es denn bei den geplanten Kosten bleiben.

Der Weg für die erste kommerziell genutzte Transrapidstrecke in Deutschland vom Münchner Flughafen in die Innenstadt ist frei. «Der Freistaat Bayern, die Bahn und die maßgeblichen Industriepartner haben gestern eine Realisierungsvereinbarung für das Transrapid-Projekt in München unterzeichnet», teilte die bayerische Staatskanzlei am Dienstag mit.

Der bayerische CSU-Fraktionschef Joachim Herrmann bezeichnete den «Durchbruch bei der Finanzierung» als einen «Riesenerfolg für den Technologiestandort Bayern». Herrmann betonte, die Magnetschwebebahn sei eminent wichtig für die weitere Entwicklung des Münchner Flughafens.

Dabei sei der Transrapid keineswegs ein Prestigeobjekt Stoibers, sondern ein verkehrspolitisches und technologisches Leitprojekt von regionaler, nationaler und internationaler Bedeutung. «Nichtsdestotrotz wäre ohne den unermüdlichen Einsatz des bayerischen Ministerpräsidenten ein Durchbruch beim Transrapid nicht gelungen», sagte der CSU-Fraktionschef.

Am Vorabend hatten Ministerpräsident Edmund Stoiber und Wirtschaftsminister Erwin Huber (beide CSU) mit Vertretern des Transrapidkonsortiums Thyssen-Siemens und dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, Hartmut Mehdorn, beraten.

Kritik kam von der bayerischen SPD: Die veranschlagten Kosten von 1,85 Milliarden Euro seien ein politischer Preis, der nicht zu halten sein werde, sagte der stellvertretende SPD-Landesvorsitzende Thomas Beyer. Seit Wochen sei absehbar gewesen, dass ein «Scheinvertrag» geschlossen werden solle. Die große Mehrheit der Bayern lehne den Transrapid aber ab - Stoiber und Huber sei das jedoch egal. Sie wollten den Transrapid unbedingt als «Abschiedsgeschenk» für den scheidenden Ministerpräsidenten.

Der umstrittene Bau der Magnetschwebebahn zwischen dem Münchner Flughafen und der Innenstadt mit einer Länge von 37 Kilometern soll 1,85 Milliarden Euro kosten. In der Vergangenheit hatte es Unstimmigkeiten über die Finanzierung geben. Lange war über eine Finanzierungslücke von 165 Millionen Euro gestritten worden, die weder Bund noch Land oder Industrie und Bahn bezahlen wollten. In der vergangenen Woche hatte Stoiber aber bereits mitgeteilt, dass die Lücke in den Verhandlungen bis auf 50 Millionen Euro geschlossen worden sei. (dpa)