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Bundesbank beruhigt deutsche Sparer

14. Sep 2007 21:55
Die Deutschen müssen sich um ihren Sparstrumpf keine Sorgen machen
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Die Sparkonten in Deutschland sind durch die Immobilienkrise in den USA nicht gefährdet, versichert die Bundesbank. Auch die EZB versucht, die Nervosität mit wohl gewählten Worten zu reduzieren.

Bankkunden in Deutschland müssen nach den Worten von Bundesbank-Präsident Axel Weber wegen der Krise auf den Finanzmärkten nicht um ihre Einlagen fürchten. In Deutschland gebe es eine weit reichende Einlagensicherung, sagte Weber am Freitag im nordportugiesischen Porto nach Beratungen der EU-Finanzminister und der Notenbankchefs.

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«Den deutschen Banken geht es gut», fügte Weber vor dem Hintergrund der Liquiditätsprobleme beim britischen Hypothekenfinanzierer Northern Rock hinzu. Die deutsche Kreditwirtschaft sei von ihrer «Grundertragskraft» gut gerüstet. Die beiden deutschen Krisenfälle, IKB und SachsenLB, seien keine typischen Kundenbanken.

Auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, warnte vor übertriebenen Sorgen. Trichet, der das Wort «Krise» demonstrativ vermied, sprach von «Perioden hektischen Verhaltens an den Finanzmärkten». Er versprach: «Wir werden tun, was nötig ist, um ein korrektes Funktionieren der Finanzmärkte zu gewährleisten.» Allein die EZB hatte in den vergangenen Wochen Milliarden in den europäischen Geldmarkt gepumpt, um dem Liquiditätsengpass von Banken zu begegnen.

Peer Steinbrück
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Bundesfinanzminister Peer Steinbrück warnte davor, vorschnelle Schlüsse aus den Turbulenzen der vergangenen Wochen zu ziehen. «Dafür ist es zu früh.» Er wies darauf hin, schon im Frühjahr auf einer Tagung der Finanzminister der sieben reichsten Industriestaaten (G7) auf Spielregeln für die hochspekulativen Hedge-Fonds gedrungen zu haben.

Die EU-Finanzminister verabschiedeten bei ihrer als informell bezeichneten Konferenz in der portugiesischen Hafenstadt eine Erklärung, wonach die europäische Wirtschaft gegen die Finanzmarktturbulenzen ausreichend gerüstet sei. Die Ressortchefs wollten damit ein Signal für die Finanzmärkte geben, denen derzeit das Vertrauen mangelt. Erklärungen dieser Art bei informellen EU- Treffen sind ausgesprochen rar.

Minister und EZB übten in ungewohnter Einigkeit den Schulterschluss. «Die Arbeit der EZB ist beispielhaft», sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, der luxemburgische Premier und Ressortchef Jean-Claude Juncker. Die Zentralbank habe alles getan, gefährliche Folgen an den Finanzmärkten abzuwenden.

Jean-Claude Trichet
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Trichet äußerte sich zum Eingreifen der Bank of England im Fall Northern Rock sehr distanziert: «Jede Zentralbank hat ihre eigene Verantwortung.» Er ließ durchblicken, dass die EZB ihren eingeschlagenen Kurs fortsetzen werde, falls dies nötig sein sollte. Die EZB vergab aber bisher keine Notdarlehen an einzelne Institute, wie dies die Bank of England für Northern Rock getan hatte.

Die Minister sahen keine besonderen Gefahren für die europäische Konjunktur durch die Finanzkrise oder den hohen Eurokurs gegenüber dem US-Dollar. Es ist aber jetzt schon klar, dass die Finanzkrise den sonst soliden Aufschwung im Euro-Gebiet im laufenden Jahr leicht ankratzen wird. EU-Währungskommissar Joaquín Almunia sagte: «Die Unsicherheiten steigen, die Risiken wachsen.» Insgesamt werde der Effekt aber aus derzeitiger Sicht «sehr, sehr klein» ausfallen. Wichtig sei vor allem, wieder Vertrauen an den Märkten zu schaffen.

EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy lehnte Forderungen nach einer schärferen Regulierung der Finanzbranche ab. «Es ist noch zu früh», sagte der Ire. Die Probleme seien im Bankensektor entstanden, der bereits gut reguliert sei. (dpa)

 
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