Bundesbank beruhigt deutsche Sparer
14.09.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Auch der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Jean-Claude Trichet, warnte vor übertriebenen Sorgen. Trichet, der das Wort «Krise» demonstrativ vermied, sprach von «Perioden hektischen Verhaltens an den Finanzmärkten». Er versprach: «Wir werden tun, was nötig ist, um ein korrektes Funktionieren der Finanzmärkte zu gewährleisten.» Allein die EZB hatte in den vergangenen Wochen Milliarden in den europäischen Geldmarkt gepumpt, um dem Liquiditätsengpass von Banken zu begegnen.
Die EU-Finanzminister verabschiedeten bei ihrer als informell bezeichneten Konferenz in der portugiesischen Hafenstadt eine Erklärung, wonach die europäische Wirtschaft gegen die Finanzmarktturbulenzen ausreichend gerüstet sei. Die Ressortchefs wollten damit ein Signal für die Finanzmärkte geben, denen derzeit das Vertrauen mangelt. Erklärungen dieser Art bei informellen EU- Treffen sind ausgesprochen rar.
Minister und EZB übten in ungewohnter Einigkeit den Schulterschluss. «Die Arbeit der EZB ist beispielhaft», sagte der Vorsitzende der Euro-Finanzminister, der luxemburgische Premier und Ressortchef Jean-Claude Juncker. Die Zentralbank habe alles getan, gefährliche Folgen an den Finanzmärkten abzuwenden.
Die Minister sahen keine besonderen Gefahren für die europäische Konjunktur durch die Finanzkrise oder den hohen Eurokurs gegenüber dem US-Dollar. Es ist aber jetzt schon klar, dass die Finanzkrise den sonst soliden Aufschwung im Euro-Gebiet im laufenden Jahr leicht ankratzen wird. EU-Währungskommissar Joaquín Almunia sagte: «Die Unsicherheiten steigen, die Risiken wachsen.» Insgesamt werde der Effekt aber aus derzeitiger Sicht «sehr, sehr klein» ausfallen. Wichtig sei vor allem, wieder Vertrauen an den Märkten zu schaffen.
EU-Binnenmarktkommissar Charlie McCreevy lehnte Forderungen nach einer schärferen Regulierung der Finanzbranche ab. «Es ist noch zu früh», sagte der Ire. Die Probleme seien im Bankensektor entstanden, der bereits gut reguliert sei. (dpa)

