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Immobilienkrise bedroht Aufschwung

13. Sep 2007 16:37
Aufschwung droht Einbruch
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Das Wachstum in diesem Jahr wird nach Ansicht von Experten geringer ausfallen als bislang gedacht. Die Hypothekenkrise in den USA könnte sogar zu einem echten Einbruch der Konjunktur führen.

Die jüngsten Finanzmarktturbulenzen schlagen sich mittlerweile auch auf das Wirtschaftswachstum nieder. Allerdings sind die realwirtschaftlichen Auswirkungen zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch «moderat», wie das Institut für Weltwirtschaft (IfW) an der Universität Kiel am Donnerstag mitteilte. Dennoch senkten die Forscher ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum in Deutschland für dieses Jahr. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) warnt sogar vor einem Wachstumseinbruch.

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Statt mit einer Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 3,2 Prozent rechnen die IfW-Experten nun nur noch mit einem Plus von 2,7 Prozent. Auch für 2008 verringerten sie ihre BIP-Prognose von bislang 2,7 auf 2,4 Prozent. Im vergangenen Jahr hatte die deutsche Wirtschaft um 2,8 Prozent zugelegt.

Simulationen hätten ergeben, dass das BIP je nach den unterstellten Prämissen der Berechnungen als Folge der Finanzkrise in Deutschland, im Euroraum und den USA im kommenden Jahr jeweils zwischen 0,1 und 0,2 Prozentpunkte geringer ausfallen könnte, teilten die IfW-Konjunkturexperten mit.

Die beträchtlichen Zahlungsausfälle am amerikanischen Hypothekenmarkt hätten in den vergangenen Wochen zu einer Krise an den internationalen Finanzmärkten geführt, die auch und gerade in Deutschland das Bankensystem in eine problematische Lage gebracht habe. Akutes Symptom sei seit Anfang August ein Verlust an Vertrauen im europäischen Interbankenmarkt aufgrund von Befürchtungen über massive Verluste bei einzelnen Marktteilnehmern.

Zwar hat die EZB ebenso wie die amerikanische Notenbank durch rasche Bereitstellung kurzfristiger Liquidität eine Ausweitung der Krise verhindern können. «Die Liquiditätsengpässe am Geldmarkt halten aber nach wie vor an», so die Kieler Experten. «Solange sich die Finanzierungskosten nicht drastisch erhöhen, sind demnach die realwirtschaftlichen Auswirkungen alles in allem moderat.»

Deutlich skeptischer zeigte sich dagegen das DIW: «Die Entwicklungen sind besorgniserregend», sagte der Konjunkturexperte des Instituts, Alfred Steinherr, der «Saarbrücker Zeitung» (Freitagausgabe). Ein Eurokurs ab 1,35 Dollar sei ungefähr die Schwelle, ab der es für deutsche Exporte auf dem US-Markt schwieriger werde. «Jetzt beginnt es weh zu tun», sagte Steinherr mit Blick auf den aktuellen Kurs von fast 1,40 Dollar. Zudem drohe in den USA ein Wachstumsrückgang, «sogar eine Rezession».

In einem pessimistischen Szenario könne dies in Deutschland im nächsten Jahr zu einem Rückgang des Wachstums auf «deutlich unter zwei Prozent» führen. Denn die deutsche Konjunktur lebe fast ausschließlich vom Export und von den Inlandsinvestitionen, erläuterte der DIW-Experte. Diese jedoch kämen bei zurückgehenden Exporten ebenfalls unter Druck.

Die EZB rechnet hingegen alles in allem mit einem robusten Weltwirtschaftswachstum, da die wahrscheinlich zu erwartende Konjunkturabschwächung in den USA vom kräftigen Wachstum an den Schwellenländern weitgehend ausgeglichen werden dürfte. Dies werde auch die Exporte und die Investitionstätigkeit des Euroraums weiter stützen. (ddp)

 
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