netzeitung.deSachsenLB-Eigner fühlen sich «belogen»

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Horst Metz steht im Kreuzfeuer der Kritik. (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Horst Metz steht im Kreuzfeuer der Kritik.
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Der Druck auf Sachsens Finanzminister Metz wächst: «Nach Gutsherrenart» habe er wichtige Informationen zur SachsenLB an die Bankaufseher und die Eigner weitergegeben - oder eben nicht.

Verwaltungsräte der SachsenLB erheben schwere Vorwürfe gegen den Vorstand der Landesbank und den Finanzminister des Freistaates, Horst Metz (CDU). Teilweise seien den Bankaufsehern wichtige Auskünfte «schlicht verweigert» worden, zitierte die «Süddeutsche Zeitung» aus dem Umfeld des Verwaltungsrats. Immer wieder habe es «gravierende Probleme mit der internen Informationspolitik» gegeben, und dies speziell zu den riskanten Geschäften der irischen Tochter SachsenLB Europe.

Metz soll Informationen unwillig rausgegeben haben
Dabei herrscht offenbar interner Streit im 20-köpfigen Verwaltungsrat: Metz, der dem Gremium vorsitzt, habe Informationen zuweilen nur «nach massiven Kämpfen» freigegeben – und dann auch nur «zur Einsicht», beklagen laut «Süddeutscher Zeitung» einzelne Verwaltungsratsmitglieder. Auch aus Kreisen der Anteilseigner – vornehmlich sächsische Landräte und Sparkassendirektoren – werden der Minister und der Vorstand scharf kritisiert: «Wir sind eindeutig belogen worden», wurde die Landrätin des Kreises Leipziger Land, Petra Köpping (SPD), zitiert.

Fehlspekulationen der Dubliner Tochter hatten zu einer Schieflage der SachsenLB geführt – die Sparkassen-Finanzgruppe gewährte der Landesbank deshalb eine Kreditlinie von 17,3 Milliarden Euro. Am Wochenende übernahm die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) in einer Blitzaktion die SachsenLB.

«Nach Gutsherrenart»
Offenbar gehen die Auseinandersetzungen im Verwaltungsrat auf das Jahr 2005 zurück. Laut «SZ» durften die Mitglieder erst auf ihr eindringliches Bitten hin in einen Prüfbericht der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG zu den bereits damals umstrittenen Dublin-Geschäften Einsicht nehmen. In dem Prüfbericht – von der staatlichen Finanzaufsicht Bafin in Auftrag gegeben und im Juli 2005 der Bank zugeleitet – formulierte die KPMG eine «schwerwiegende Beanstandung» der bankeninternen Risikoeinschätzungen zu den Dubliner Aktivitäten. Auch wurde die «mangelnde Transparenz» der Spekulationsgeschäfte moniert.

Die Kontrolleure beklagen, die Verantwortlichen hätten immer nur «nach Gutsherrenart» informiert. «Die Größenordnung des Risikos war uns nie klar», sagte Landrätin Köpping. Und womöglich sind die riskanten Geschäfte größer als bisher bekannt: Wie die «SZ» weiter berichtete, hat sich der SachsenLB-Vorstand nicht nur über die Dubliner Gesellschaft außerhalb der Bilanz am US-Hypothekenmarkt engagiert. Parallel zu den irischen Fonds seien seit 2003 auch in Leipzig unter dem Code «Dublin II» weitere Engagements vom Vorstand unter Führung des damaligen Bankchefs initiiert worden. (nz)