Das Maßnahmenpaket, das voraussichtlich am 19. September auf den Weg gebracht wird, ist der bisher weitreichendste Eingriff der EU in die europäische Energiewirtschaft und dürfte zwischen den Mitgliedsstaaten für heftigen Streit sorgen. Länder wie Deutschland, Frankreich und Österreich stehen dabei Staaten wie Großbritannien gegenüber. Die Trennungslinie: die bereits bestehenden Trennungen von Netz und Produktion in einigen Ländern.In Großbritannien und einigen weiteren EU-Staaten wie Schweden, Dänemark und den Niederlanden sind die Netze bereits von den produzierenden Unternehmen abgespalten worden. In Finnland, Italien, Slowenien und der Slowakei gilt das zumindest für die Stromnetze. Deshalb unterstützen laut «HB» auch die bereits entflochtenen Unternehmen in Großbritannien die Brüsseler Pläne.
Die Bundesregierung hat dagegen massiven Widerstand angekündigt. Die Energiekonzerne pochen auf die Eigentumsgarantie des Grundgesetzes. Sie halten die Entflechtung für unnötig und nicht wettbewerbsfördernd. Auch in Frankreich wird das Ansinnen der EU-Kommission abgelehnt: Paris sorgt sich um die Macht der staatlich kontrollierten Konzerne Electricité de France und Gaz de France. Beobachter erwarten einen jahrelangen Konflikt, wie das «Handelsblatt» weiter berichtet: Die EU-Mitgliedstaaten müssen dem Gesetzespaket im EU-Rat mehrheitlich zustimmen. (nz)