15. Aug 2007 18:00
Die Zentrale Preisberichtsstelle hatte heftige Milchpreis- Erhöhungen angekündigt - und prompt kamen sie. Das hat nun das Bundeskartellamt stutzig gemacht: Gab es etwa verbotene Absprachen?
Geprüft werde beim Milchindustrieverband (MIV) sowie bei der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) in Bonn, hieß es. Das Kartellamt wolle aufklären, wie es zu den Ankündigungen der Preiserhöhungen gekommen sei, die dann auch realisiert worden seien, erläuterte der Behördensprecher. Demnach handelt es sich nicht um Durchsuchungen, sondern um ein so genanntes Auskunftsverlangen, bei dem die Betroffenen zur Mitwirkung verpflichtet seien. Preisabsprachen können gegen das Kartellverbot verstoßen. Der Milchindustrieverband bestreitet mögliche Absprachen: Solche Vorwürfe entbehrten jeder Grundlage, sagte Eckhard Heuser vom MIV. Der Verband arbeite bei der «Sachstandserhebung» mit dem Kartellamt zusammen.
Die ZMP erklärte, das ihr weder Hinweise auf Preisabsprachen vorliegen, noch sie selbst Preise vorgegeben habe. Es sei die Aufgabe der ZMP, Märkte transparent zu machen und Tendenzen aufzuzeigen. «Es ist nicht ihre Aufgabe, Preise zu gestalten. Demzufolge hat es in keiner Form Preisprognosen seitens der ZMP gegeben.»
Die Preise für Milchprodukte und Butter im Einzelhandel waren vor zwei Wochen um bis zu 50 Prozent gestiegen. Erhard Richarts von der ZMP hatte kurz zuvor angekündigt, dass es «einen Preisruck geben wird, wie ihn Deutschland noch nicht erlebt hat». Dazu erklärte die ZMP nun, dass sie wiederholt auf einen «Preiserhöhungsdruck» im Milchsektor hingewiesen habe. «Bekanntermaßen folgt dem Preisdruck ein Preisruck». Konkrete Preise habe die ZMP aber nicht genannt. (dpa)