Die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle für Agrarerzeugnisse (ZMP) hatte einen drastischen Preisanstieg für Milchprodukte um bis zu 50 Prozent angekündigt Das Bundeskartellamt will diesen Sprung unter die Lupe nehmen. «Die Erhöhung der Milchpreise im Juni potenziert sich jetzt bei den Butterpreisen», sagte ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers Rewe in Köln. Für die Herstellung von einem Kilo Butter seien 20 Liter Vollmilch nötig. Ein Liter Vollmilch kostet bei Aldi, Edeka, Netto, Plus, Real und Rewe seit einigen Wochen nicht mehr 55 Cent, sondern 62 Cent. Die Preise von Quark und Joghurt blieben zum Beispiel bei Edeka bisher unverändert. «Aber auch da wird sich sicher noch etwas tun», sagte ein Edeka-Sprecher in Hamburg. Auch bei Käse seien Veränderungen möglich. Die Preise für Magerquark sind laut Rewe stabil.
Die Molkereien hatten mit den großen Handelsketten nach mehreren Jahren sinkender Milchpreise höhere Erzeugerpreise vereinbart. Dazu kommt nach Ansicht von Marktexperten eine gestiegene Nachfrage nach Milchpulver in Asien - vor allem China - und ein geringeres Angebot durch den zunehmenden Anbau von Pflanzen für Biodiesel.
Der Brotpreis bei Aldi-Nord wurde nach Angaben des Unternehmens wegen gestiegner Mehlpreise bereits vor mehreren Monaten angehoben. Beim Discounter Plus kostet ein Pfund Roggenmischbrot unverändert 49 Cent. Rewe meldet für Brot stabile Preise. Das Bäckerhandwerk rechnet damit, dass Brot und Brötchen teurer werden. (AP/dpa)