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Butter bereits 50 Prozent teurer

04. Aug 2007 12:49, ergänzt 12:58
Das Butterbrot wird deutlich teurer
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Die angekündigten Preiserhöhungen bei Milchprodukten sind in vielen Supermärkten schon Wirklichkeit. CSU-Chef Edmund Stoiber forderte das Bundeskartellamt zum Eingreifen auf.

Butter und Milch sind bei Discountern und Supermärkten in ganz Deutschland bereits deutlich teurer geworden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. Der Butterpreis stieg bei den Discountern Aldi-Nord, Lidl, Netto und Plus, in den Real-Warenhäusern sowie bei Edeka und Rewe für 250 Gramm von 79 Cent auf 1,19 Euro - ein Preisruck von 50 Prozent.

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Irische Butter kostete bei Aldi 1,35 Euro statt 1,05 Euro. Bei Rewe zahlen die Kunden für fettarme Milch 55 Cent statt bisher 49 Cent. Der Milchpreis liegt bei Discountern und Supermärkten schon seit mehreren Wochen um sieben Cent höher als zuvor. Auch Brot wurde vereinzelt teurer.

Die EU-Kommission kritisierte die Preissteigerungen: «Ich habe festgestellt, dass in einem Mitgliedstaat - in Deutschland - die Einzelhandelspreise außerordentlich stark gestiegen sind», sagte EU- Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel der «Bild am Sonntag». «Dies ist angesichts der allgemeinen Versorgungssituation in der EU nicht gerechtfertigt.» Die dänische EU-Kommissarin brachte eine Erhöhung der Milchquote ins Gespräch: «Das Quotensystem läuft 2015 aus. Wir werden prüfen, ob wir Übergangsregelungen brauchen. Diese Regelungen könnten etwa in einer Anhebung der Milchquote bestehen.»

Kartellamt soll eingreifen

Bayern Ministerpräsident Edmund Stoiber
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Bayerns Ministerpräsident und CSU-Chef Edmund Stoiber wertet die Preissteigerungen als Fall für das Kartellamt. «Die großen Konzerne und die Zwischenhändler wollen wohl den großen Reibach machen. Da ist mit Sicherheit das Kartellamt gefordert», sagte Stoiber der «Bild am Sonntag». Er sehe durchaus ein, dass Milch teurer werde. «Aber eine Preissteigerung um 50 Prozent - das halte ich für absurd. Noch dazu, wenn bei den Bauern kaum etwas ankommt.»

Auch die stellvertretende Vorsitzende der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen, Bärbel Höhn, nannte im Deutschlandradio Kultur eine bis zu 50-prozentige Preiserhöhung bei Milchprodukten nicht gerechtfertigt. Zum einen stehe dem keine gleichzeitige Qualitätssteigerung gegenüber, zum anderen produzierten die EU- Mitgliedstaaten mit Subventionsmitteln mehr Milch als sie für den Eigenbedarf benötigten und exportierten den Überschuss. «Bei einem Bereich wie der Landwirtschaft, der ja hoch subventioniert ist, finde ich das auch Steuerverschwendung.»

Auch Milch teurer

Die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle für Agrarerzeugnisse (ZMP) hatte einen drastischen Preisanstieg für Milchprodukte um bis zu 50 Prozent angekündigt Das Bundeskartellamt will diesen Sprung unter die Lupe nehmen. «Die Erhöhung der Milchpreise im Juni potenziert sich jetzt bei den Butterpreisen», sagte ein Sprecher des zweitgrößten deutschen Lebensmittelhändlers Rewe in Köln. Für die Herstellung von einem Kilo Butter seien 20 Liter Vollmilch nötig.

Ein Liter Vollmilch kostet bei Aldi, Edeka, Netto, Plus, Real und Rewe seit einigen Wochen nicht mehr 55 Cent, sondern 62 Cent. Die Preise von Quark und Joghurt blieben zum Beispiel bei Edeka bisher unverändert. «Aber auch da wird sich sicher noch etwas tun», sagte ein Edeka-Sprecher in Hamburg. Auch bei Käse seien Veränderungen möglich. Die Preise für Magerquark sind laut Rewe stabil.

Die Molkereien hatten mit den großen Handelsketten nach mehreren Jahren sinkender Milchpreise höhere Erzeugerpreise vereinbart. Dazu kommt nach Ansicht von Marktexperten eine gestiegene Nachfrage nach Milchpulver in Asien - vor allem China - und ein geringeres Angebot durch den zunehmenden Anbau von Pflanzen für Biodiesel.

Der Brotpreis bei Aldi-Nord wurde nach Angaben des Unternehmens wegen gestiegner Mehlpreise bereits vor mehreren Monaten angehoben. Beim Discounter Plus kostet ein Pfund Roggenmischbrot unverändert 49 Cent. Rewe meldet für Brot stabile Preise. Das Bäckerhandwerk rechnet damit, dass Brot und Brötchen teurer werden. (AP/dpa)

 
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