netzeitung.deFDP will gegen Ex-Bankenvorstand vorgehen

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Gebäude der IKB Deutsche Industriebank in Düsseldorf (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Gebäude der IKB Deutsche Industriebank in Düsseldorf
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In der Krise um die Industriebank IKB wird auch Kritik am Verhalten von Finanzminister Steinbrück laut. Die FDP im Verwaltungsrat der IKB-Miteigentümerin KfW fühlt sich nicht ausreichend informiert.

In der Krise um die Mittelstandsbank IKB kritisiert die FDP das Vorgehen von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD). Der FDP-Haushaltspolitiker Jürgen Koppelin, der Mitglied des KfW- Verwaltungsrats ist, wirft Steinbrück als Chef des Gremiums in einem Brief vor, der Verwaltungsrat sei bei der Rettungsaktion für die IKB nicht ausreichend beteiligt worden. Das Institut war durch Fehlspekulationen mit schlecht abgesicherten amerikanischen Hypothekenkrediten in erhebliche Schwierigkeiten geraten. Insidern zufolge drohten der staatlichen Förderbank Ausfälle von bis zu 1,1 Milliarden Euro.

Die KfW habe eine Bürgschaft für die IKB über 8,1 Milliarden Euro bewilligt, ohne dass es eine Sondersitzung mit allen Verwaltungsräten gegeben habe, monierte Koppelin. Ein Sprecher Steinbrücks wies die Kritik am Donnerstag zurück. Der Verwaltungsrat sei in der Telefonkonferenz am vergangenen Sonntag durchaus beschlussfähig gewesen. Die Kritik sei durchsichtig, weil der FDP-Politiker Koppelin die Konferenz verpasst habe.

Koppelin beantragt in dem Schreiben dringend eine Sondersitzung des Aufsichtsgremiums. Außerdem müsse geklärt werden, «ob strafrechtliche Schritte gegen den bisherigen Vorstand der IKB eingeleitet werden müssen». Bankchef Stefan Ortseifen musste wegen der Krise zurücktreten.

Die KfW will unterdessen in Kürze über das weitere Vorgehen beraten. Bei einem Treffen wolle das für Kreditbeschlüsse zuständige Zuteilungsgremium, dem Mitglieder aus Vorstand und Verwaltungsrat angehören, über Details der Rettungsaktion für die Düsseldorfer Mittelstandsbank beraten, hieß es am Donnerstag aus Teilnehmerkreisen. Ob Steinbrück, der Chef des KfW-Verwaltungsrates ist, persönlich daran teilnimmt, war offen.

Zusätzlich zur Bürgschaft haben sich nach Informationen der «Welt» die Interessenverbände der Branche auf ein Hilfspaket in Höhe von 3,5 Milliarden Euro geeinigt. 500 Millionen Euro davon sollen die privaten Banken übernehmen, weitere 500 Millionen Euro auf die Mitglieder des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) und des Bundesverbandes der Volks- und Raiffeisenbanken (BVR) verteilt werden. Den Rest übernehme die KfW.

Auch der Bundesverband Öffentlicher Banken (VÖB) bestätigte, dass sich die Landesbanken an der milliardenschweren Stützungsaktion für die IKB beteiligen. «Wir sind mit im Boot», sagte ein Verbandssprecher. Die Höhe des Engagements und die Lastenverteilung zwischen den einzelnen Landesbanken ließ er offen. Den Löwenanteil der Risiken soll die KfW tragen, die 38 Prozent an der IKB hält.

Auch die Sparkassen wollen sich der Stützungsaktion für die durch die US-Immobilienkrise angeschlagene IKB nicht verweigern. Eine feste Zusage gibt es aber noch nicht. «Wir haben großes Interesse an der Stabilität des deutschen Finanzplatzes», sagte der Sprecher des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), Stefan Marotzke. Zuvor hatten bereits die Privatbanken ihre Hilfe zugesagt. (dpa/AP)