Bauernpräsident Sonnleitner erklärte in der «Passauer Neuen Presse»: «Die Verbraucher müssen sich daran gewöhnen, dass Nahrungsmittel teurer werden.» Der Kunde sei über Jahre hinweg verwöhnt worden. In den vergangenen 20, 30 Jahren seien die Nahrungsmittel im Verhältnis zu den Löhnen immer billiger geworden. Trotz steigender Nachfrage produzieren die europäischen Bauern derzeit weniger Milch als sie dürften. In mehreren EU-Staaten würden die ursprünglich zur Vermeidung von Überproduktion eingeführten Milchquoten im Jahr 2007 voraussichtlich nicht erfüllt, heißt es in einer von der EU-Kommission veröffentlichten Prognose. Auch die Butterherstellung in der EU soll von derzeit rund 2,1 Millionen auf unter 2 Millionen Tonnen im Jahr 2014 abschmelzen. Dagegen dürfte die Käseproduktion im gleichen Zeitraum um rund 1.000 Tonnen zulegen.
In den vergangenen Monaten war es an den Getreidemärkten zu einem außergewöhnlich kräftigen Preisanstieg gekommen. Wichtigste Ursachen waren nach Angaben der ZMP-Marktbeobachter die engere Versorgungssituation am Weltmarkt, mäßige Ernteaussichten und kräftige spekulative Einflüsse. So kam es entgegen dem üblichen Saisonverlauf zur Ernte 2007 nicht zu einem Preisknick nach unten, sondern zu einem regelrechten Preissprung nach oben.
Ende Juli bewegten sich die Großhandelspreise für Brotweizen und -roggen bereits knapp 70 Prozent über der Vorjahreslinie. Ob mit der zu erwartenden Mehlpreiserhöhung jedoch auch Preissteigerungen bei Brot- und Backwaren einher gehen, bleibt laut ZMP angesichts des geringen Rohstoffanteils am Produktpreis abzuwarten. (dpa)