netzeitung.deNach der Milch wird auch Fleisch teurer

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Schweinefleisch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Schweinefleisch
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Auch die Preise für Fleisch werden steigen. Angesichts der allgemeinen Verteuerung von Lebensmitteln fordern Sozialpolitiker von SPD und Grünen höhere Hartz-IV-Leistungen - die Reaktion folgte prompt.

Nach dem Preissprung bei Milchprodukten müssen sich die Verbraucher auch auf höhere Fleischpreise einstellen. Bauernpräsident Gerd Sonnleitner sagte am Dienstag der ARD: «Wir brauchen in allen Bereichen 30 bis 50 Cent mehr pro Kilogramm Schlachtgewicht.»

Ein moderater Preisanstieg bei Rind- und Schweinefleisch sei gerechtfertigt, um den deutschen Bauern das Überleben zu sichern. Angesichts der steigenden Lebensmittelpreise forderten Sozialpolitiker von SPD und Grünen eine Erhöhung der Hartz-IV-Leistungen. Der SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner sagte der «Bild»-Zeitung, das Arbeitslosengeld II sei nicht mehr existenzsichernd, weil es keine Orientierung der Leistung an den Lebenshaltungskosten gebe.

Der Grünen-Sozialexperte Markus Kurth sagte, die nun bei allein Milchprodukten erwartete Preissteigerung von bis zu 50 Prozent zeige deutlich, dass der Regelsatz von 347 Euro im Monat erhöht werden müsse. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wies die Forderung als absurd zurück. Das Arbeitslosengeld II könne sich nicht an einzelnen Produkten orientieren, die gerade teurer würden. Ohnehin werde die Höhe der Hartz-IV-Leistungen alle zwei Jahre überprüft. «Und dabei wird auch die Marktentwicklung insgesamt berücksichtigt», sagte Pofalla.

Verbraucher werden nicht mehr verwöhnt
Bauernpräsident Sonnleitner erklärte in der «Passauer Neuen Presse»: «Die Verbraucher müssen sich daran gewöhnen, dass Nahrungsmittel teurer werden.» Der Kunde sei über Jahre hinweg verwöhnt worden. In den vergangenen 20, 30 Jahren seien die Nahrungsmittel im Verhältnis zu den Löhnen immer billiger geworden. Trotz steigender Nachfrage produzieren die europäischen Bauern derzeit weniger Milch als sie dürften.

In mehreren EU-Staaten würden die ursprünglich zur Vermeidung von Überproduktion eingeführten Milchquoten im Jahr 2007 voraussichtlich nicht erfüllt, heißt es in einer von der EU-Kommission veröffentlichten Prognose. Auch die Butterherstellung in der EU soll von derzeit rund 2,1 Millionen auf unter 2 Millionen Tonnen im Jahr 2014 abschmelzen. Dagegen dürfte die Käseproduktion im gleichen Zeitraum um rund 1.000 Tonnen zulegen.

In den vergangenen Monaten war es an den Getreidemärkten zu einem außergewöhnlich kräftigen Preisanstieg gekommen. Wichtigste Ursachen waren nach Angaben der ZMP-Marktbeobachter die engere Versorgungssituation am Weltmarkt, mäßige Ernteaussichten und kräftige spekulative Einflüsse. So kam es entgegen dem üblichen Saisonverlauf zur Ernte 2007 nicht zu einem Preisknick nach unten, sondern zu einem regelrechten Preissprung nach oben.

Ende Juli bewegten sich die Großhandelspreise für Brotweizen und -roggen bereits knapp 70 Prozent über der Vorjahreslinie. Ob mit der zu erwartenden Mehlpreiserhöhung jedoch auch Preissteigerungen bei Brot- und Backwaren einher gehen, bleibt laut ZMP angesichts des geringen Rohstoffanteils am Produktpreis abzuwarten. (dpa)