Nach der Milch wird auch Fleisch teurer
Der Grünen-Sozialexperte Markus Kurth sagte, die nun bei allein Milchprodukten erwartete Preissteigerung von bis zu 50 Prozent zeige deutlich, dass der Regelsatz von 347 Euro im Monat erhöht werden müsse. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla wies die Forderung als absurd zurück. Das Arbeitslosengeld II könne sich nicht an einzelnen Produkten orientieren, die gerade teurer würden. Ohnehin werde die Höhe der Hartz-IV-Leistungen alle zwei Jahre überprüft. «Und dabei wird auch die Marktentwicklung insgesamt berücksichtigt», sagte Pofalla.
In mehreren EU-Staaten würden die ursprünglich zur Vermeidung von Überproduktion eingeführten Milchquoten im Jahr 2007 voraussichtlich nicht erfüllt, heißt es in einer von der EU-Kommission veröffentlichten Prognose. Auch die Butterherstellung in der EU soll von derzeit rund 2,1 Millionen auf unter 2 Millionen Tonnen im Jahr 2014 abschmelzen. Dagegen dürfte die Käseproduktion im gleichen Zeitraum um rund 1.000 Tonnen zulegen.
In den vergangenen Monaten war es an den Getreidemärkten zu einem außergewöhnlich kräftigen Preisanstieg gekommen. Wichtigste Ursachen waren nach Angaben der ZMP-Marktbeobachter die engere Versorgungssituation am Weltmarkt, mäßige Ernteaussichten und kräftige spekulative Einflüsse. So kam es entgegen dem üblichen Saisonverlauf zur Ernte 2007 nicht zu einem Preisknick nach unten, sondern zu einem regelrechten Preissprung nach oben.
Ende Juli bewegten sich die Großhandelspreise für Brotweizen und -roggen bereits knapp 70 Prozent über der Vorjahreslinie. Ob mit der zu erwartenden Mehlpreiserhöhung jedoch auch Preissteigerungen bei Brot- und Backwaren einher gehen, bleibt laut ZMP angesichts des geringen Rohstoffanteils am Produktpreis abzuwarten. (dpa)

