31. Jul 2007 07:41
Der Verbraucher muss sich daran gewöhnen, dass Lebensmittel teurer werden, ist der Bauernverband überzeugt. Die Bundesregierung hält den Preisanstieg bei Milchprodukten dagegen für überzogen.
Der Milchindustrie-Verband hatte am Montag über bis zu 50 Prozent gestiegene Preise für Butter und andere Molkereiprodukte berichtet. So koste bei Discountern das halbe Pfund Butter bereits 1,19 Euro nach bislang 0,79 Euro.Die Bundesregierung hält den Preisanstieg bei Milchprodukten für überzogen. Die höheren Erzeugerpreise und die weltweite Verknappung von Milch rechtfertigten keine solche Belastung der Verbraucher, sagte Bundesagrarminister Horst Seehofer (CSU). Ein Päckchen Butter könnte nach Berechnung der Zentralen Markt- und Preisberichtsstelle mehr als 35 Cent teurer werden. Das Bundeskartellamt will die Preise unter die Lupe nehmen.
Politiker aus SPD und Grünen fordern angesichts der steigenden Lebensmittel-Preise eine Erhöhung des Arbeitslosengeld II. Der SPD-Sozialexperte Ottmar Schreiner sagte der «Bild»-Zeitung, das Niveau sei nicht mehr existenzsichernd, weil es keine Orientierung der Leistung an den Lebenshaltungskosten gebe.«Wenn jetzt die Lebensmittelpreise überproportional steigen, verringert sich der reale Wert von Hartz IV stark. Deswegen muss jetzt erst recht eine Korrektur vorgenommen und Hartz IV erhöht werden», wird Schreiner zitiert.
Der Grünen-Sozialexperte Markus Kurth sagte der Zeitung, die nun bei Milchprodukten erwartete Preissteigerung von bis zu 50 Prozent zeige deutlich, dass der Hartz-IV-Regelsatz erhöht werden müsse. Viele Discounter und Supermärkte haben den Preis für Butter am Wochenende um bis zu 40 Cent pro Packung erhöht. Auch bei anderen Milchprodukten wird eine Preissteigerung erwartet. Der Milchpreis war schon vorher gestiegen. Der Regelsatz beträgt 347 Euro im Monat. (dpa/Reuters)