30.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Mehr Geld für die Milch
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Seehofer hat die geplanten Preissteigerungen für Milchprodukte kritisiert. Die SPD stützt zwar die Forderung der Bauern nach «fairen Preisen» - warnt aber vor Übertreibungen.
Bundesverbraucherminister Horst Seehofer (CSU) hält den drohenden Anstieg der Milchpreise für überzogen. «Die derzeitigen Steigerungen der Erzeugerpreise für Milch rechtfertigen keinesfalls eine derartige Belastung der Verbraucher durch die Lebensmittelketten», sagte er am Montag in Berlin.
Seehofer bezeichnete es zwar als gerecht, dass die Bauern einige Cent mehr für ihre Milch bekommen. «Ich sehe aber keinen Grund, daraus die Preisspirale im Endprodukt um bis zu 50 Prozent nach oben zu drehen.» Die Zentrale Markt- und Preisberichtsstelle (ZMP) rechnet bei Milchprodukten mit einem Anstieg der Preise um bis zu 50 Prozent.
Für die BauernNach Auffassung des Vorsitzenden des Milchindustrie-Verbandes, Eberhard Hetzner, kommen die Preissteigerungen für Milchprodukte in erster Linie den Bauern zugute. Die Preise seien in den vergangenen Jahren rapide nach unten gegangen, machte Hetzner im ZDF-Morgenmagazin am Montag deutlich. Den deutschen Landwirten müsse deshalb wieder ein «ordentlicher Auszahlungspreis» gegeben werden.
Das sei notwendig, um ein weiteres Sterben von Höfen zu verhindern. Ab August sollen die Preise für Quark, Käse und Butter bis zu 40 Prozent steigen. Bei Milch rechneten die Experten der Zentralen Markt- und Preisberichtstelle (ZMP) mit einem Preisanstieg um fünf bis zehn Cent je Liter. Der Sprecher des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels, Hubertus Pellengahr, sagte dazu im ZDF, letztendlich würden die Verbraucher über die Preise entscheiden. Deshalb gingen nicht alle Preiserhöhungswünsche in Erfüllung.
Hetzner sieht den Grund für die angekündigten Preissteigerungen in dem Auslaufen von langfristig vereinbarten Verträgen zwischen Handel und Molkereien. Je nach Verhandlungsergebnis rechne er mit Preiserhöhungen bis zu 50 Prozent, die sich aber nicht in voller Höhe auf die Verbraucher auswirkten. Das komme immer auf die Handelskette an, betonte Hetzner.
Heftige Kritik kam vom stellvertretenden SPD-Fraktionschef Ulrich Kelber: «Wenn etwa Butter um rund die Hälfte teurer werden soll, wird massiv übertrieben», sagte Kelber den «Ruhr Nachrichten». Grundsätzlich seien die höheren Erzeugerpreise zu begrüßen: «Wenn die Bauern statt 26 Cent 32 oder 33 Cent pro Liter erhalten, ist das gut», betonte Kelber. Landwirte müssten endlich faire Preise für Milch erhalten. (dpa/AP)