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Boom am Jobmarkt stützt den Aufschwung

24. Jul 2007 15:03
Der private Konsum brummt
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Im kommenden Jahr könnte die Arbeitslosigkeit auf 3,3 Millionen sinken. Die positive Entwicklung stützt im Gegenzug wieder das Wirtschaftswachstum durch wachsende Konsumausgaben.

Der Abbau der Arbeitslosigkeit beflügelt allmählich die Konjunktur. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) rechnet in seiner am Dienstag veröffentlichten Sommerprognose noch mit 3,3 Millionen Arbeitslosen im kommenden Jahr. Mit der Beschäftigung steige auch das Masseneinkommen und damit der private Konsum. «Der Aufschwung ist signifikant und stabil», sagte DIW-Präsident Klaus Zimmermann. Das Wirtschaftswachstum dürfte den Berliner Forschern zufolge 2007 bei 2,6 und 2008 bei 2,5 Prozent liegen.

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Den Ökonomen zufolge wird der Konsum bisher noch durch die Mehrwertsteuer-Erhöhung gedämpft. Diese Bremse sollte sich aber 2008 lösen. Der private Konsum, auf den rund 60 Prozent der gesamten Wirtschaftskraft entfallen, werde dann mehr als die Hälfte des vorhergesagten Wachstums tragen. Damit bekäme der Aufschwung ein weiteres Standbein neben dem Export und den sich weiter dynamisch entwickelnden Investitionen der Unternehmen.

DIW-Chef Klaus Zimmermann
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Dass die Arbeitslosigkeit nicht noch stärker zurückgeht, führt das DIW vor allem auf den Fachkräftemangel zurück. Zum Schluss blieben Langzeitarbeitslose übrig, die wegen ihrer mangelnden Qualifikation nur schwer vom Aufschwung erfasst werden. Hier sei die Politik mit strukturellen Reformen gefragt. Der Prognose zufolge sinkt die Arbeitslosigkeit von knapp 4,5 Millionen 2006 auf rund 3,7 Millionen im Schnitt dieses Jahres, kann dann aber 2008 nicht mehr im gleichen Umfang zurückgehen.

Während die Ökonomen der Politik kaum Anteil am Aufschwung beimaßen, lobten sie die zurückhaltende Lohnpolitik vergangener Jahre. Mit den international niedrigeren Lohnstückkosten sei die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen gestiegen. Auch die bisherigen Abschlüsse für 2007 und 2008 deuteten auf einen nur moderaten Anstieg der effektiven Bruttoentgelte um 1,6 Prozent hin. Ökonomisch stärker ins Gewicht fällt die Zunahme der Beschäftigung: So werde die gesamte Bruttolohnsumme um knapp drei Prozent zulegen - was dann die Basis für mehr Konsum ist.

Zu Gute kommt der stetige Aufschwung auch den öffentlichen Haushalten. Der Gesamtstaat aus Bund, Ländern, Gemeinden und den Sozialversicherungen könne schon 2008 mit einem Überschuss von fünf Milliarden Euro rechnen. Bereits in diesem Jahr werde das Staatsbudget annähernd ausgeglichen sein - das wären drei Jahre früher als von Bundesfinanzminister Peer Steinbrück angestrebt. Möglich werde dies durch die steigenden Steuereinnahmen bei gleichzeitig nur mäßigen Erhöhungen der öffentlichen Ausgaben.

Ende noch nicht absehbar

Wann der Aufschwung abbricht, ließen die DIW-Experten offen. Zimmermann zeigte sich skeptisch, dass auch 2009 nach dann drei guten Jahren ein ähnlich starkes Wachstum zeigen werde. DIW-Konjunkturchef Alfred Steinherr warnte vor zu großem Pessimismus. Weil die Weltwirtschaft, von dem Deutschland als Exportnation stark abhängt, immer mehr von Schwellenländern wie China mit ihrem riesigen Nachholbedarf getragen werde, könnten Konjunkturzyklen heute viel länger dauern.

So erwartet das DIW, dass der Welthandel auch im kommenden Jahr um etwa 7,5 Prozent zulegen wird. Sorgen bereitet aber der hohe Euro-Kurs, der ab 1,40 Dollar etlichen Exporteuren schaden könne. Zudem besteht die Furcht vor einer abrupten Abwertung des Dollar wegen der enormen Defizite in Haushalt und Leistungsbilanz der größten Volkswirtschaft der Erde. (Reuters)

 
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