19.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Vergammeltes Fleisch in einer Mülltonne
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Vergammeltes Fleich, verunreinigtes Gemüse, Mogelpackungen: Viele Lebensmittelbetriebe nehmen es vor allem mit der Hygiene nicht so genau.
Fast jeder vierte Betrieb, der Lebensmittel herstellt, bearbeitet oder verkauft, weist nach dem jüngsten Bericht der Lebensmittelkontrolleure Mängel auf. Die Verstöße mit möglichen Gesundheitsschäden für Verbraucher beschränkten sich aber auf wenige Einzelfälle, sagte der Präsident des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Christian Grugel, am Donnerstag im ZDF.
Dem Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung 2006 zufolge war die Zahl der Betriebe, die den Kontrolleuren negativ aufgefallen waren, mit 138.000 so hoch wie seit fünf Jahren nicht mehr. Die Kontrolleure beanstandeten mehr als jede siebte Lebensmittelprobe. Mit mehr als einem Fünftel zählten Fleischwaren prozentual zu den am häufigsten bemängelten Lebensmitteln, gefolgt von Süßwaren und Alkohol außer Wein.
Bei den Verstößen handelte es sich bei fast der Hälfte um falsche Kennzeichnung. Bei gut einem Viertel der Beanstandungen handelte es sich um Verunreinigungen, sprich verdorbene Ware, Krankheiten auslösende Keime oder Pflanzenschutzmittel.
Der Anteil der Mängel durch mikrobiologische Verunreinigungen nahm bei Fleisch und Milch deutlich zu, bei Obst stieg der Anteil der Verstöße durch Schimmelpilzgifte, Pflanzenschutzmittel oder Acrylamid. Das Bundesamt will verstärkt über Pflanzenschutzmittelrückstände in Obst und Gemüse informieren und stellt dazu vom 31. August an eine Übersicht ins Internet.
Dennoch OptimismusDer BVL-Präsident zeigte sich dennoch optimistisch: «Wir sind eher in der Situation, dass die Lebensmittel schrittweise sicherer werden.» Die gestiegene Zahl der Betriebe mit Verstößen begründete er damit, dass die Eigenkontrollen der Wirtschaft besser funktionierten als früher und amtliche Prüfungen zielgenauer seien. «Die Bundesländer arbeiten sehr viel risikoorientierter», sagte Grugel. Die Zahl der Kontrollen nahm allerdings um etwa zehn Prozent ab.
Die meisten Mängel fanden die Kontrolleure in den Betrieben bei der Hygiene. Die Verstöße im Produktionsablauf nahmen zu, während die allgemeine Hygiene etwa bei Kleidung und Fußböden sich verbesserte. (dpa)