05. Jul 2007 12:25
Das Umweltministerium will den Bau von Windrädern auf dem Meer voranbringen. Dazu sollen die Fördersätze steigen - für Solarstrom bleibt indes weniger übrig.
Die Bundesregierung will den Bau von Windrädern auf hoher See stärker als bislang geplant unterstützen. Im Gegenzug sollen die Fördersätze für Solarstrom gesenkt werden. Das sehen Pläne des Umweltministeriums vor, wie Regierungskreise am Donnerstag bestätigten.Um den Bau von Windmühlen auf dem Meer zu beschleunigen, soll demnach die Vergütung von 9,1 auf elf bis 14 Cent je Kilowattstunde steigen. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) sieht vor, die Vergütung nach und nach zu senken.
Die Netzbetreiber sind durch das EEG gezwungen, Ökostrom einzuspeisen und nach festen Sätzen zu vergüten. Die Differenz zwischen Marktpreis und Vergütung wird auf die Verbraucher über die Stromrechnung umgelegt. Bislang kommt der Ausbau von Windkraftparks auf hoher See wegen fehlender Wirtschaftlichkeit nicht recht voran. Die Vergütung von Solarstrom soll sinken, um die Betreiber der Solarstromanlagen zu mehr Wirtschaftlichkeit zu zwingen.Unterdessen schreitet der Ausbau von Ökostrom rasch voran: So ist die Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien im ersten Halbjahr auf Jahressicht um rund 34 Prozent auf 41,6 Milliarden Kilowattstunden gestiegen, wie der Verband der Elektrizitätswirtschaft (VDEW) am Donnerstag in Berlin mitteilte. Der Anteil der Erneuerbaren an der Stromproduktion beträgt damit derzeit 13,3 Prozent nach 9,7 Prozent im vergangenen Jahr.
Der VDEW erneuerte außerdem seine Forderung nach einer Neufassung des EEG. Der Verband verlangt ein europaweit einheitliches Fördersystem für Strom aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. «Die Politik darf nicht länger einseitig nur auf den Mengenzuwachs bei den Erneuerbaren zielen», sagte VDEW-Hauptgeschäftsführer Eberhard Meller der dpa. Der VDEW beklagt seit Jahren die Vergütung von Ökostrom als einseitige Bevorzugung. (nz)