Gabriel warnt Stromfirmen vor Preisanhebungen
25.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Tatsächlich hatten die Versorger die kostenlos zugeteilten Emissions-Zertifikate zu Börsenpreisen in den Stromtarif eingerechnet. Die Bundesregierung wolle zehn Prozent dieses «leistungslosen Gewinns» für den Klimaschutz abschöpfen, argumentierte der Minister.
Geplant ist, in der Handelsperiode von 2008 bis 2012 bis zu zehn Prozent der Verschmutzungsrechte durch Verkauf zu Börsenpreisen zu veräußern alternativ wäre auch eine Versteigerung möglich. Die übrigen 90 Prozent der Zertifikate würden die Konzerne weiterhin kostenlos zugeteilt bekommen - und einpreisen.
Der Stromkonzern Vattenfall Europe, der den größten Teil der Energie aus Braunkohle gewinnt hatte nach den Beschlüssen der Bundesregierung prompt Preisanhebungen angekündigt und die neuen Zuteilungsregelen als «Investitionsbremse» bezeichnet. Grund sei, dass die Kraftwerke nicht in der Geschwindigkeit nachgerüstet werden können, wie Verschmutzungsrechte verloren gehen. Der Konzern müsse deshalb massiv Zertifikate nachkaufen.
Gleichwohl würdigte Gabriel im Gespräch mit der Düsseldorfer «RP» die Bedeutung der Braunkohle für den deutschen Energiemix. «Die Braunkohle ist gegenüber Steinkohle und Gas unschlagbar preiswert. Wir brauchen die Kohle, denn das Industrieland Deutschland braucht relativ preiswerten Grundlast-Strom, und die Kernenergie halten wir auf Dauer für zu riskant. Die Bundesregierung »moderne, neue Braunkohle- und Steinkohle-Kraftwerke und gleichzeitig alte, ineffiziente und CO2-intensive Kraftwerke stilllegen.« (nz)

