netzeitung.deWirtschaft schwächelt auf hohem Niveau

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Unternehmen weniger optimistisch (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Unternehmen weniger optimistisch
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Das Klima in der deutschen Wirtschaft hat sich im Mai deutlicher abgeschwächt als erwartet. Ifo-Chef Sinn sieht aber keinen Grund zur Sorge und spricht von einer weiterhin «robusten Konjunktur».

Die Stimmung der deutschen Unternehmen hat im Juni einen deutlichen Dämpfer erhalten. Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel unerwartet kräftig auf 107,0 von 108,6 Punkten im Mai, wie das Münchner Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) am Freitag mitteilte. Damit fiel das wichtigste deutsche Konjunkturbarometer nach drei Anstiegen in Folge auf das Niveau vom Februar und entfernte sich von seinem 16-Jahres-Hoch im Dezember.

Das hohe Niveau spreche aber für eine weiter robuste Konjunktur, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Experten von Banken sahen zwar ebenfalls noch keinen Anlass zur Sorge, deuten den Rückgang aber als Zeichen für eine geringere Dynamik des Aufschwungs.

Die 7000 befragten Unternehmen beurteilten sowohl ihre Aussichten als auch ihre Lage weniger zuversichtlich als im Mai. Diese Einschätzung zieht sich durch alle Branchen. Vor allem im Verarbeitenden Gewerbe und im Großhandel äußerten sich die Firmen vorsichtiger. Der Teilindex für die Geschäftserwartungen fiel auf 102,8 von 104,8 Zählern im Vormonat. Der Lageindex sank auf 111,4 von 112,5 Punkten. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit einem leichten Rückgang auf 108,4 Punkte gerechnet.

Optimismus ungebrochen
In Reaktion auf den schwächeren Ifo-Index drehte der Dax kurz ins Minus. Unmittelbar nach Veröffentlichung lag er zeitweise 0,1 Prozent niedriger, nachdem er zuvor bis zu 0,6 Prozent gestiegen war. Am Renten- und Devisenmarkt gab es zunächst kaum Reaktionen.

Experten rechnen nun mit einer etwas langsameren Gangart der Konjunktur. «Vielleicht sind das die ersten Wolken über dem wirtschaftlichen Frühlingserwachen in Deutschland», sagte David Brown von Bear Stearns. Nun gehe es moderater weiter, sagte Dirk Schumacher von Goldman Sachs.

Für kommendes Jahr bleiben die Experten aber optimistisch. «Wir erwarten einen deutlichen Anstieg des privaten Verbrauchs», sagte Jürgen Michels von Citigroup. Dann werde das Wachstum auf breiterem Fundament stehen und dürfte deshalb kräftig blieben. (Reuters)