14. Jun 2007 12:02
Der Boom der deutschen Wirtschaft wird gebremst. Nicht wegen eines rigiden Kündigungsschutzes oder hohen Lohnnebenkosten – es fehlt an gut ausgebildeten Fachkräften.
Die Wirtschaft wuchs im vergangen Jahr um - für deutsche Verhältnisse - sagenumwobene 2,8 Prozent. Und es könnte noch besser kommen: Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) erhöhte am Donnerstag erneut seine Wachstumsprognose für 2007 auf nunmehr 3,2 Prozent. Für das Jahr 2008 erwarten die Kieler Forscher eine Zunahme um 2,7 Prozent. Ein Ende des Aufschwungs sei vorerst nicht in Sicht, hieß es.Es werde nicht genug getan, um die Kinder früh für Technik zu begeistern, wettert BDI-Präsident Jürgen Thumann in der Chemnitzer «Freien Presse» und fordert eine gemeinsame Bildungsinitiative von Bund, Ländern und Wirtschaft. Gegenwärtig gebe es bei den Unternehmen über 40.000 offene Ingenieurstellen, die Jahr für Jahr um rund 10.000 zunähmen. Allein 20 Prozent der Lehrlinge seien nicht ausbildungsfähig und müssten nachgeschult werden, sagte Thumann.
Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) hat erst vor wenigen Tagen seine Prognose zur Entwicklung am Arbeitsmarkt deutlich nach oben korrigiert: Der Verband erwartet jetzt 700.000 neue Arbeitsplätze im laufenden Jahr – zuvor war es noch eine halbe Millionen. Die befragten Unternehmen seien so zuversichtlich wie seit 1990 nicht mehr. Mehr als jede dritte Firma rechnet mit besseren Geschäften.