Der Aufschwung und seine Grenzen
14.06.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Es werde nicht genug getan, um die Kinder früh für Technik zu begeistern, wettert BDI-Präsident Jürgen Thumann in der Chemnitzer «Freien Presse» und fordert eine gemeinsame Bildungsinitiative von Bund, Ländern und Wirtschaft. Gegenwärtig gebe es bei den Unternehmen über 40.000 offene Ingenieurstellen, die Jahr für Jahr um rund 10.000 zunähmen. Allein 20 Prozent der Lehrlinge seien nicht ausbildungsfähig und müssten nachgeschult werden, sagte Thumann.
Der Deutsche Industrie und Handelskammertag (DIHK) hat erst vor wenigen Tagen seine Prognose zur Entwicklung am Arbeitsmarkt deutlich nach oben korrigiert: Der Verband erwartet jetzt 700.000 neue Arbeitsplätze im laufenden Jahr zuvor war es noch eine halbe Millionen. Die befragten Unternehmen seien so zuversichtlich wie seit 1990 nicht mehr. Mehr als jede dritte Firma rechnet mit besseren Geschäften.
Auch die Zahl derer, die eine Unternehmens-Gründung wagen, ist stark zurückgegangen: Im Schnitt der Jahre 2005 und 2006 sank die Zahl der Gründungen von Technologiefirmen direkt aus Hochschulprojekten heraus auf zwölf Prozent, wie aus einer Analyse des Mannheimer Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) und von Microsoft Deutschland hervorgeht. Im Jahr 2004 waren es noch 14 Prozent aller Gründungen gewesen, 2003 sogar 18 Prozent. Es zeige sich, dass viele potenzielle Gründer wegen der größeren Fachkräftenachfrage im Zuge der guten Konjunktur eine sichere Stelle in einem Unternehmen vorziehen, statt auf eigenes Risiko selbst eine Firma aufzubauen, hieß es. (nz)

