07. Jun 2007 16:31
Der Ausbau der Windenergie ist ins Stocken geraten. Grund sind laut Umweltbundesamt eine Vielzahl bürokratischer Auflagen.
Das Umweltbundesamt hat einen Abbau bürokratischer Hürden beim Bau neuer Windkraftanlagen gefordert. Die Erweiterung dieser klimafreundlichen Energienutzung an Land und auf See könne nur gelingen, wenn sich die rechtlichen und organisatorischen Bedingungen deutlich verbesserten, heißt es in einer am Donnerstag in Dessau vorgestellten Studie des Umweltbundesamtes. Danach ist der Ausbau der Windenergie auf dem Festland trotz anhaltend verfügbarer Potenziale ins Stocken geraten. Auf See komme die Nutzung von Windkraft nur schleppend in Gang, hieß es weiter. Die Vorteile eines Austauschs alter Anlagen durch eine geringere Anzahl moderner Windräder mit einer höheren Leistung könnten bislang nicht ausgespielt werden.
Der Beginn dieses so genannten Repowerings auf See werde vor allem durch ein umfangreiches Zulassungsverfahren behindert. So müssten zum Beispiel für den Bau einer Kabeltrasse je nach Bundesland fünf bis sieben verschiedene Genehmigungen eingeholt werden. Außerdem seien die möglichen Bereiche für solche Strecken nur begrenzt verfügbar. Der Vizepräsident des Umweltbundesamtes, Thomas Holzmann, forderte Bund und Länder auf, die Hemmnisse zu beseitigen, um mit der Erneuerung der Anlagen und der Windenergienutzung auf See «ernsthaft» zu beginnen. Die Behörde war Auftraggeber für das Forschungsprojekt «Umweltstrategie zur Windenergienutzung an Land und auf See».
Die Windenergie hat dem Umweltbundesamt zufolge derzeit einen Anteil von fünf Prozent an der Stromerzeugung in Deutschland. Bei gleichzeitiger Steigerung des Wirkungsgrades könnten bis zum Jahr 2020 mindestens 14 Prozent erreicht werden, langfristig sogar mehr als 35 Prozent. (epd)